Gesundheit : Zwölf häufige Fragen zum Kater

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Hilft es, vor dem Trinken möglichst fettige Nahrung zu sich zu nehmen?

Ja, zumindest was die Geschwindigkeit des Alkoholabbaus im Körper betrifft. Denn Neutralfette, aber auch Proteine und Zucker hemmen die Magenbewegung und Magenöffnung. Und diese Zeitverzögerung lässt den Alkohol weniger schnell zu Kopfe steigen. Insgesamt wird die Alkoholaufnahme dadurch nur verlangsamt – aber kaum verhindert.

Hilft es, immer wieder ein Glas Wasser zu trinken?

Ja, unbedingt. Ein Hauptproblem des Trinkens ist der Flüssigkeitsverlust, dem der Körper nicht mehr entgegensteuert, weil der Alkohol das entsprechende Hormon hemmt. Am besten ist Mineralwasser, weil es gleich noch Mineralstoffe beisteuert, aber auch Leitungswasser hilft schon viel.

Stimmt das denn: Bier auf Wein – das lass sein, Wein auf Bier, das rat’ ich dir?

Biochemisch gibt es keinen Anhaltspunkt, der die eine oder andere Reihenfolge des Alkoholtrinkens ratsam macht. Wer nicht zu bunt durcheinander trinkt, tut seinem Körper, allem voran dem Magen, sicher etwas Gutes. Die Redensart lässt sich aber eher aus der Ständeordnung erklären: Bier war das Getränk der Bauern, Wein das der Herren. Wer nun einen sozialen Aufstieg hinter sich hatte und vom Bier- zum Weintrinker wurde, sollte sich in gehobener Runde nicht durch das Trinken von Bier als Bauer zu erkennen geben.

Ist es besser, nur klaren Alkohol wie Schnäpse oder Wodka zu trinken?

Wahrscheinlich. Über die Rolle der Fuselalkohole, welche diesen Ratschlag untermauern würden, herrscht noch Unklarheit, da verschiedene Trinker unterschiedlich auf diese Fuselöle reagieren – teils unabhängig vom jeweiligen Getränk.

Warum vertragen Männer mehr Alkohol als Frauen?

Neben der offensichtlichen Differenz von Körpergewicht und Körpervolumen baut die männliche Magenschleimhaut im Vergleich zur weiblichen die doppelte Alkoholmenge ab. Während der Mann also sein erstes Bier schon verarbeitet hat, kämpft der Körper der Frau noch mit der Hälfte des ersten Glases.

Warum wird der Kater schlimmer, wenn ich neben dem Trinken noch rauche?

Weil Nikotin den Alkoholspiegel im Blut senkt, schreibt Jürgen Brater in seinem „Lexikon der rätselhaften Körpervorgänge“. Wer also raucht, hat das Gefühl, noch längst nicht betrunken zu sein und trinkt weiter – während die schädigende, giftige Wirkung des Alkohol den Körper trotzdem im vollen Maße trifft. Von den Belastungen, die das Rauchen dem Körper an sich schon zumutet, mal ganz abgesehen.

Hilft es, eine Kopfschmerztablette vor dem Schlafen zu nehmen?

Gegen die Kopfschmerzen ja, gegen den Kater nein. Aber der Placebo-Effekt, der Glaube, sich schon etwas Gutes getan zu haben, bewirkt oft schon Wunder. Meist hilft das zum Einnehmen getrunkene Glas Wasser aber weitaus mehr.

Hilft Alka Seltzer gegen den Kater?

Es dämpft ihn. Die Acetylsalicylsäure stoppt wie eine Kopfschmerztablette die Synthese von Schmerzstoffen, darüber hinaus hilft das enthaltene Vitamin C aber auch dem Körper, sich zu entgiften. Ein säureumsetzender Bestandteil räumt den Magen auf. Die Wirkungskombination hat Alka Seltzer zum beliebtesten Katermittel in den USA gemacht.

Muss ich wirklich Öl-Sardinen zum Frühstück essen?

Es müssen nicht Ölsardinen sein, aber etwas Deftiges bzw. Salziges wie saure Gurken oder eine Tasse Bouillon helfen ganz sicher, den Salz- und Elektrolytehaushalt des Körpers wieder aufzufüllen. Wem das liegt, kann auch einen halben Löffel Maggibrühe zu sich nehmen – wenn dies der Magen zulässt.

Sollte ich es mal mit einem „Konterbier“ versuchen?

Den Kater mit Alkohol zu bekämpfen, ist wie den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben. Es funktioniert zwar, aber nur kurzfristig – und der Kater kommt hinterher zurück. Der Körper wird nur erneut betäubt und die Enzyme, welche den Alkohol zersetzen, bekommen wieder das einfacher abzubauende Ethanol vorgesetzt und lassen vom schmerzhaften Methanolabbau ab.

Warum heißt der Kater eigentlich Kater?

Wahrscheinlich handelt es sich um eine umgangssprachliche Wandlung des Wortes „Katarrh“, einer Bezeichnung für Erkrankungen und Entzündungen. In Leipziger Studentenkreisen war der Kater schon Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchliches Synonym für die Folgen des Alkoholrauschs. In Frankreich heißt das alkoholische Post-Intoxikations-Syndrom „hölzernes Maul“, in Spanien „Meeresbrandung“, in Schweden „Rückschlag“ und in Norwegen „Zimmermann“.

Gibt es einen Weg, wie ich garantiert ganz ohne Kater aufwache?

Ja. Rauchen Sie nicht, trinken Sie keinen Alkohol.

WISSEN

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