Getötete Kinder in Dortmund : Lebensgefährtin des Vaters in Haft

Nach der Familientragödie mit drei toten Kindern hat die Polizei in Dortmund die 29-jährige Lebensgefährtin des Vaters vorläufig festgenommen. Die Tatverdächtige bestreitet die gegen sie erhobenen Vorwürfe allerdings.

Ein Schild mit der Aufschrift "Warum" steht vor der ausgebrannten Wohnung in Dortmund, in der am Freitag (03.08.2012) drei Kinder ums Leben kamen. Die Staatsanwaltschaft gab nach der Obduktion der Leichen bekannt, dass die Kinder einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind.
Ein Schild mit der Aufschrift "Warum" steht vor der ausgebrannten Wohnung in Dortmund, in der am Freitag (03.08.2012) drei Kinder...Foto: dpa

Die 29-jährige Lebensgefährtin des Vaters sitzt im Fall der drei in Dortmund getöteten Kinder in Untersuchungshaft. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstag mit. Die Frau gilt als Tatverdächtige, die Festnahme erfolgte bereits am Freitag. Die Beschuldigte wurde am Samstag der zuständigen Ermittlungsrichterin vorgeführt. Diese erließ antragsgemäß Haftbefehl wegen Mordes und besonders schwerer Brandstiftung. Die Beschuldigte bestritt die Tat. Nach Angaben der Behörden dauern die „umfangreichen Ermittlungen“ an.

Inzwischen steht nach Behördenangaben von Freitagabend fest, dass alle drei bei einem Brand aufgefundenen Geschwister Opfer einer Gewalttat geworden sind. „Die vier und zwölf Jahre alten Kinder waren bereits vor Ausbruch des Brandes verstorben“, hieß es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei in Dortmund, die nach den Obduktionen am späten Freitagabend verbreitet wurde. Schon zuvor war bekannt geworden, dass der zehnjährige Junge gewaltsam getötet wurde.

Nähere Angaben zu Art und Umfang der Verletzungen der Kinder könnten aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht gemacht werden, hieß es weiter. In der Wohnung der türkischstämmigen Familie war am Freitagmorgen aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Bei den Löscharbeiten hatte die Feuerwehr die Leichen eines vierjährigen Jungen und eines zwölf Jahre alten Mädchens gefunden. Der zehn Jahre alte Bruder erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Die ermittelnde Staatsanwältin Barbara Cuntz hatte erklärt, es gebe Hinweise auf ein Kapitalverbrechen. Einzelheiten nannte sie mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Der Polizei zufolge könnte das Feuer gelegt worden sein, um die Gewalttat zu verschleiern.

Der 41-jährige Vater war nach Angaben der Polizei zum Brandzeitpunkt nicht in der Erdgeschosswohnung. Er gilt nicht als tatverdächtig und wurde nach einer Vernehmung seinen Angehörigen übergeben. Die leibliche Mutter der Kinder war bereits vor einigen Jahren gestorben.

Den Behörden zufolge war es bereits Ende Februar in einer anderen Wohnung der Familie in demselben Haus zu einem Brand gekommen. Damals hatte die Familie eine Wohnung im Obergeschoss bewohnt. Die Ermittlungen ergaben seinerzeit, dass ein Kind mit Feuer gespielt und dadurch den Brand verursacht hatte. (dapd)

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