Gewalt gegen Schüler : Staatsanwältin nimmt Lehrer in Schutz

Ein Sonderschullehrer steht vor Gericht, weil er Schüler geschlagen haben soll. Er verneint das. Als er vor Gericht die Verhältnisse an der Schule schildert, nimmt ihn die Staatsanwältin in Schutz.

Ein Lehrer in Eschwege soll Schüler an den Haaren gezerrt und auf den Arm geschlagen haben. Am ersten Prozesstag wies der Sonderschullehrer alle Vorwürfe von sich. Die Verhältnisse in der Grundschulklasse seien eine Herausforderung gewesen. Die Kinder stammten fast alle aus schwierigen Verhältnissen, aggressives Verhalten sei an der Tagesordnung gewesen. Dennoch sei in seiner fast 30-jährigen Zeit als Lehrer das Zufügen von Schmerz nie sein Mittel zur Erziehung gewesen. Der Prozess sei das Ergebnis einer Kampagne der Eltern. „Ich bin ihnen zu unbequem geworden, da ich erwarte, dass Eltern sich um ihre Kinder kümmern.“ „Ich habe ein gewisses Verständnis für Sie“, sagte die Staatsanwältin. Sie bezweifele nach seinen Beschreibungen aber, dass ein vollkommen gewaltfreier Umgang bei solchen Schülern möglich gewesen ist. „Wenn Sie einen bockigen Schüler vor die Tür begleiten müssen, dann geht das doch gar nicht ohne Gewalt.“ Der Lehrer verneinte das vehement, er schaffe das ohne Gewalt. (dpa)

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