Welt : Gewalt im Spiel

Sollen Killerspiele verboten werden? In Internetforen tobt eine heftige Debatte. Hier einige Meinungen im Wortlaut

Politikverdrossen ohne Ende

Bei einigen der folgenden Wortlautauszüge wurde auf eine Rechtschreibkorrektur bewusst verzichtet. Einige Beiträge wurden gekürzt. Wer seine Meinung online veröffentlichen möchte, kann dies unter www.tagesspiegel.de/killerspiele tun.

Natürlich, Spiele sind schuld!

Man fragt sich, woher die Herren Politiker ihre Weisheiten eigentlich so nehmen. Der bittere Abschiedsbrief des desparaten jungen Mannes läßt jedenfalls auf ganz andere Ursachen als Videospiele schließen. Aber es muß ja ein „Handeln“ simuliert werden und ganz nebenbei kann man dabei auch noch eine eher unliebsame, weil undurchsichtige Jugendkultur zerschlagen. Millionen Spieler von sogenannten „Killerspielen“ werden nämlich überhaupt nicht gewalttätig. An den wahren Ursachen für solcherlei Ausbrüche ändert ein Verbot von Videospielen gar nichts.

Computerspiele verbieten?

Computerspiele zu verbieten ist vollkommen nutzlos, denn im allgemeinen kann man sich solche Spiele jederzeit aus dem Netz herunterladen. Außerdem spielen Millionen solche Spiele, ohne gleich zu „Killern“ zu mutieren. Der Vorschlag ist einfältig und aktionistisch und zeigt nur das bestimmte Politiker die Gelegenheit nutzen wollen um sich als „Hardliner“ zu produzieren. T. Klas

Killerspiele oder Realität ?

Ich selber spiele solch genannte Killerspiele, wobei man nicht vergessen darf, dass es sich immer noch um Spiele und nicht die Realität handelt. Auch nach langem Spielen fehlt mir kein Bezug zur Realität. MalcomX

Spiele UND Eltern und....

Killerspiele müssen verboten werden! Gleichzeitig und sofort müssen einsichtige Lehrer, die bestimmten Jugendlichen auch mal physisch deutlich entgegentreten, vor dummen Eltern und schlichten Paragraphenreitern geschützt werden, welche immer noch nicht verstanden haben, daß „antiautoritär“ eine Falle war. AGF

SchwachsiNN

Ich bin 20 Jahre alt, spiele Ballerspiele schon seit Jahren, habe mich von der Hauptschule bis zum Abitur hochgearbeitet und befinde mich gerade in einer Ausbildung. Ich habe keinerlei Vorstrafen, noch bin ich jemals irgendwie aufgefallen. Und nur, weil es 2-3 Leute gibt, die Realität und Spiel nicht unterscheiden können, kann man das nicht allgemein auf alle beziehen. Ich finde, die Eltern müssen merken, ob ihr Kind durch solch eine Art von Spiel negative Charakterzüge zeigt und ihm dieses Spiel dann verbieten. Aber wir können nicht sagen, dass diese sogenannten Ballerspiele alle dazu bringen, gewaltätig zu werden, dann müsste man vielleicht zuerstmal den Alkohol verbieten, da es häufig Unfälle gibt, wenn Menschen besoffen Auto fahren. Romek R.

Verbot von Killerspielen?

Es ist schon erstaunlich, wie schnell Politiker Lösungen anbieten, um verwirrte und fehlgeleitete Kinder zu schützen. Man verbietet Computerspiele, toll. In der Zeit zwischen dem Amoklauf in Erfurt sind wieviel Jahre vergangen? Wiviele Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben inzwischen Stunden, Tage, Wochen vor den Spielen verbracht. Trotzdem ist nicht jeden zweiten Tag jemand Amok gelaufen! Diese Spiele sind nur für Leute gefährlich, die einem Realitätsverlust unterliegen. Dazu kommt, dass im Zeitalter des Internets diese Spiele nicht verbietbar sind. Das Fazit für mich ist: Sorgt Euch um die Familien, gebt den Menschen Arbeit, Würde und Vorbilder. Schauen Sie sich die Politiker und Vorstände an. Sind das Vorbilder? Oder die Presse, die solchen Menschen wie dem Vergewaltiger aus Dresden Wochenlang eine Plattform bieten, nach dem Motto, wenn schon der Abschaum, dann aber berühmt! Die Wurzeln liegen tiefer! Jens Greuling

Natürlich, Spiele sind schuld!

Das sehe ich auch so. Nur weil man ein „Killerspiel“ zockt, wird man noch lange nicht zum Mörder oder geht aus dem Haus und läuft Amok. Die Kinder der Politiker zocken doch höchstwahrscheinlich selbst solche Spiele, und gehen die auf jemanden los? Wenn jetzt Disney-Spiele bei ihm gefunden wären, würde man die auch verbieten, weil er wegen dieser Filme durchgedreht ist? mr.e

Da muss man den Grünen doch mal Recht geben...

Es ist doch immer wieder schön. Der Amokläufer hat gewiss auch eine bestimmte Musikart gehört, bestimmte Freunde, grandiose Eltern, eine perfekte Schule und ein unglaublich harmonisches Umfeld gehabt, was ihn alles gar nicht beeinfusst hat, nein, es waren bloß Computerspiele Schuld. Da frag ich mich doch... Was würde ein Jugendlicher tun, der seinen Trieb nach Gewalt nichtmehr am Computer ausleben darf? Würde er zu Militärspielplätzen gehen, Paintball spielen, Kampfsport machen oder einfach ständig und überall blindlings auf andere Menschen Gewalt ausüben. Politiker sind so herrlich minimal in ihrem Denken. Wenn sie versagt haben, muss ja irgendjemand oder irgendwas schuld sein. Entweder lassen wir halt jemanden zurücktreten oder wir verbieten irgendetwas... Claus Maas

Experten

Wenn es tatsächlich eine nachweisbare Gefährlichkeit von Videospielen gäbe, dann hätte der Staat die Verpflichtung zu handeln – und zwar unabhängig davon, ob gerade ein Amoklauf passiert oder nicht. Dennoch scheint die große, buntscheckige Population der „Experten“, egal auf welchem Gebiet, stets abzuwarten, bis irgendein spektakuläres Ereignis geschieht, um dann, von Journalisten befragt, weitreichende Forderungen abzusondern. Soll das heißen, politisch notwendige Entscheidungen werden in unserem demokratisch verfassten Land nicht aus Einsicht sondern aufgrund „schrecklicher Vorfälle“ getroffen? Matthias

Computerspiele zu verbieten ist der absolute Oberquatsch. Es sind zum Einen nicht die Spiele, die aus Jugendlichen Monster werden lässt – es ist die mangelnde Fürsorge ihrer Eltern. Zum Anderen ist Verbotenes, wie bereits von den Grünen richtig bemerkt, für Jugendliche umso reizvoller. Sven, Gamer aber immer noch kein Killer

Aslho sie müssen nciht die spiele strenger machen weil ich nie amok gehe. Die müsten denn waffengesetz strenger machen wie kommt der an die waffe sowas muss strenger machen Namenloser

was sol das

Alsho ich zocke sowas mansch mal 24 std und werde kein amockleufer mann müste mit den waffen gesetz strenger machen net die spiele weil auch ohne spiele gehens amock schaut doch mal in usa die viele gehen amock und kennen killerspiele net mal .. sd

wirklich verbieten?

ich wage die these aufzustellen, dass ein verbot dieser erwähnten spiele es vermehrt zu gewalttätigen auseinandersetzungen, vllt sogar zu „amokläufen“ führen wird. diese spiele sind ideale ablenkungen für die missverhältnisse in berlin/bundestag. die politi"c"ker, die wieder einmal nach einem verbot fordern, sollten sich dies 3mal durch den kopf gehen lassen. meso

Verbieten

Genauso reflexartig, wie Politiker in ihrer Hilflosigkeit Spiele verbieten wollen, kommt auch Eure Gegenreaktion. Ihr macht es Euch zu einfach, wenn Ihr falsche Argumente von Spielegegnern benutzt, um leicht Recht behalten zu können. Was ist dagegen einzuwenden, wenn der Staat deutlich und klar sagt, er will nicht, dass Minderjährige Krieg spielen? Ist das eine falsche Haltung? Auch wenn er sich nicht durchsetzen kann, der Staat hat die Pflicht, zu demonstrieren, was er will, und was nicht. Dazu gehört ein Verbot. Per Gesetz. loveisintheair

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