Gewaltprävention : Bahn will Bußgelder für Pöbeln im Zug

Mit Bußgeldern für pöbelnde Fahrgäste will die Bahn Gewalt in ihren Zügen verhindern. Danach soll auch das absichtliche Bedrängen anderer Fahrgäste, Anrempeln, Schubsen und Beschimpfen als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden.

Neue Spielregeln im öffentlichen Nahverkehr: Um Gewalt in ihren Zügen vorzubeugen möchte die Deutsche Bahn in Zukunft auch Pöbeleien mit Bußgeld ahnden. Foto: dapd
Neue Spielregeln im öffentlichen Nahverkehr: Um Gewalt in ihren Zügen vorzubeugen möchte die Deutsche Bahn in Zukunft auch...Foto: dapd

Das fordert zumindest Bahn-Sicherheitschef Gerd Neubeck. Ein Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung „Die Welt“.

Das Bundesverkehrsministerium reagierte demnach offen auf den Vorstoß. Neubeck sagte: „Wir wollen, dass Verhaltensweisen, die zwar keine Straftat darstellen, aber für unsere Fahrgäste und Mitarbeiter nicht akzeptabel sind, in Zukunft geahndet werden können.“ Nach geltendem Recht könnten zwar Fahrgäste bestraft werden, die Gegenstände aus dem Zug werfen, nicht aber, wenn sie Mitreisende belästigen. „Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Neubeck. Der Bahn-Vorstand will deshalb die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung ändern, die die Sicherheit im Bahnverkehr regelt. „Anfang des Jahres wollen wir auf die zuständigen Ministerien zugehen.“ Die S-Bahnen in Hamburg und München wollen Gewalt mit einem Alkoholverbot in ihren Zügen vermeiden. Die Bahn sieht das kritisch.

S-Bahn voll: Massenbesäufnis in München vor Alkoholverbot
Volle Züge: Noch einmal wollten sie in der S-Bahn so richtig einen heben... Foto: dpaAlle Bilder anzeigen
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11.12.2011 09:57Volle Züge: Noch einmal wollten sie in der S-Bahn so richtig einen heben...

Alkohol spiele bei einem Drittel der Rohheitsdelikte eine Rolle, sagte Neubeck. Er wolle auch die anderen beiden Drittel in den Griff bekommen. „Für uns spielt es keine Rolle, ob jemand Alkohol getrunken, Drogen konsumiert hat oder einfach aggressiv ist. Wir wollen - egal aus welchem Grund - nicht, dass unsere Fahrgäste behelligt werden.“ (dpa)

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