Gewaltwelle : Menschenmassen flüchten aus Mogadischu

Viele ehemalige Flüchtlinge kehrten in den letzten Wochen nach Mogadischu zurück, weil sie an Frieden unter der neuen Regierung glaubten. Von der neuen Welle an Gewalt wurden sie überrascht - und flüchten zu Tausenden.

MogadischuDie Gewalt zwischen Islamisten und Regierungstruppen eskaliert in dicht besiedelten Regionen besonders stark, bemerken somalische Menschenrechtsgruppen. Seit Beginn der Kämpfe sind bereits 17.000 Menschen aus Mogadischu geflohen. Eine Organisation sprach von mehr als 120 Toten und mehr als 300 Verletzten.

Der plötzliche Ausbruch der Gewalt am vergangenen Donnerstag überraschte viele Einwohner. Die radikal-islamischen Milizen Hizbul Islam und Al-Schabab sehen die neue, gemäßigt-islamische Regierung als Werkzeug des Westens, und wollen daher Präsident Sheik Sharif Ahmed aus dem Amt stürzen. Dieser hatte bislang immer den Dialog mit den radikalen Gruppen gesucht.

Bei den Auseinandersetzungen handelt es sich um die schwersten Kämpfe seit Jahresbeginn. Regierungsvertreter hatten den Milizen zuletzt vorgeworfen, Kämpfer aus dem Ausland zu rekrutieren. Die USA stufen Al Schabab gar als Terrororganisation mit Verbindung zu al-Quaida ein.

Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung. Die aktuelle Übergangsregierung ist der 15. Versuch, den Krisenstaat zu stabilisieren. (mm/dpa)

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