Gewitter : Schwere Unwetter wüten in Deutschland

Schwere Unwetter mit Sturmböen, Hagel, Gewittern und starken Regenfällen sind am Dienstagvormittag über Teile Niedersachsens und Sachsen-Anhalts hinweggezogen. Am frühen Dienstagmorgen führten die Wetterkapriolen in Teilen Niedersachsens zu Überschwemmungen und Sachschäden.

Caroline Bauer
Leer
Leer hat es bereits am Morgen schwer erwischt. -Foto: dpa

BerlinZum Wochenende wird Tief  "Grant" dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge nach der Hitze einen kühlen und wechselhaften Wetterabschnitt einleiten. Die Temperaturen fallen ab Donnerstag auf Werte zwischen 14 bis 22 Grad Celsius.

In Hessen musste der Lohbergtunnel bei Mühltal gesperrt werden. Nach Angaben eines Sprechers des Darmstädter Amtes für Straßen- und Verkehrswesen wurde durch einen Blitzeinschlag die zentrale Leittechnik des 1100 Meter langen Tunnels lahmgelegt. Unter anderem fielen die Steuerung der Sicherheitsschranken, die Videoüberwachung und die Brandmeldeanlage aus. Im Berufsverkehr bildeten sich lange Staus, weil der Verkehr umgeleitet werden musste.

Haus brennt durch Blitzeinschlag

Zudem traf ein Blitz das Haus einer vierköpfigen Familie in Viernheim. Die beiden Erwachsenen retteten sich und ihre zwei 11- und 14-jährigen Kinder unverletzt aus dem Haus. Das Dachgebälk fing Feuer, das die Feuerwehr rasch löschte.

In Teilen Niedersachsens kam es zu Überschwemmungen und Sachschäden. Am schwersten betroffen war der Landkreis Leer, wo in sämtlichen Schulen aus Sicherheitsgründen der Unterricht ausfiel. Durch den Sturm knickten zahlreiche Bäume um. Zwei Autofahrer verloren auf nasser Straße die Gewalt über ihre Fahrzeuge und prallten gegen Bäume.

Der Emstunnel und die Autobahn 31 waren wegen Überflutung am frühen Morgen zwischenzeitlich gesperrt, wurden am Vormittag aber wieder für den Verkehr freigegeben.

Temperaturen noch nicht auf Rekordhoch

In Teilen des nördlichen Sachsen-Anhalts fielen innerhalb einer Stunde circa 25 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Wie ein DWD-Meteorologe sagte, wären im Monat etwa 50 Liter pro Quadratmeter normal. Während des Unwetters wurden Windgeschwindigkeiten von rund 70 Stundenkilometern gemessen. Das entspreche Windstärke acht. Die Temperatur fiel binnen weniger Minuten von rund 25 auf 20 Grad Celsius.

Die heißen Temperaturen der vergangenen Tage haben laut DWD keine Mai-Rekorde gebrochen. In Waldshut im Südwesten waren am Montag zwar 35,6 Grad erreicht, der Rekordwert aus dem Jahr 1892 in Friedrichshafen mit 36,1 Grad aber nicht übertroffen worden. Auch die Mitteltemperaturen für den Mai lägen mit 13,7 Grad nur leicht über Durchschnitt. 2001 war ein Mittelwert von 15,1 Grad gemessen worden. Die durchschnittliche Mitteltemperatur liegt bei zwölf Grad.

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