Gewitter : Wetter wütet weiter

Erneut haben Unwetter am Samstagabend in Teilen Deutschlands zahlreiche Schäden angerichtet. Betroffen waren vor allem Berlin, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen.

Berlin/Mainz - Die Feuerwehren waren in den meisten Fällen wegen umgestürzter Bäume, die zum Teil auf Autos stürzten, herabfallender Äste, umherfliegender Bauteile, abgedeckter Dächer und Wasserschäden wie voll gelaufener Keller im Einsatz. Bei einem wetterbedingten Unfall nahe Mendig (Kreis Mayen-Koblenz) stießen zwei Autos zusammen. Dabei wurden zwei Menschen schwer und einer leicht verletzt.

In Berlin rief die Feuerwehr nach einem schweren Unwetter für vier Stunden den Ausnahmezustand aus. Insgesamt war die Feuerwehr rund 320 Mal im Einsatz. Im Stadtteil Wilmersdorf stürzte das Dach eines Wohngebäudes ein. Verletzt wurde niemand. Die Polizei ließ rechtzeitig die Fanmeile am Brandenburger Tor zum DFB-Pokalfinale VfB Stuttgart-1.FC Nürnberg räumen. Dort hatten sich im Laufe des Tages über 100.000 Menschen versammelt. Bereits am Freitagabend hatte die Berliner Feuerwehr nach einem schweren Unwetter für mehrere Stunden den Ausnahmezustand ausgelöst.

Wegen umgestürzter Bäume mussten in Teilen Deutschlands Eisenbahnstrecken vorübergebend gesperrt werden. Die Schäden seien in den meisten Fällen jedoch schnell wieder behoben worden, sagte ein Bahnsprecher. In Rheinland-Pfalz fielen zwischen Mainz und Worms sowie bei Neuwied Bäume auf die Oberleitungen. In Berlin war der S-Bahn-Verkehr betroffen. Umgestürzte Bäume hatten Gleise blockiert, an einigen Böschungen rutschte die Erde weg.

Schlammlawine im Erzgebirge

Bei einem heftigen Gewitter im Erzgebirge begrub in der Ortschaft Helbigsdorf im Landkreis Freiberg eine Schlammlawine die Dorfstraße unter sich. Teile des Ortes wurden überflutet, Keller liefen voll Wasser, teilte die Polizei mit.

Schon am Freitag hatten Unwetter in Teilen Deutschlands zu zahlreichen Schäden geführt. Ein Blitzeinschlag in Signalanlagen der Deutschen Bahn löste ein Chaos auf dem Hauptbahnhof Hannover aus, hunderte Menschen warteten vergeblich auf ihre Züge.

Auch auf der Insel Rügen wurde der Bahnverkehr für fast drei Stunden lahm gelegt. Eine Landstraße wurde für das gesamte Pfingstwochenende gesperrt, nachdem Wassermassen Erde auf die Straße gespült hatten. Im Großraum Trier wurden am Freitagabend bei einem Unwetter mit Sturm und taubeneigroßen Hagelkörnern Dächer abgedeckt und ein Brand entfacht. Rund 13.000 Thüringer saßen wegen Stromausfällen infolge heftiger Gewitter mehr als eine Stunde lang im Dunkeln. Bei Rheine wurde die Autobahn A 30 vom Regen überschwemmt. Bei einem kurzen Gewitter wurde am Hamburger Flughafen ein Arbeiter von einem Blitz verletzt.

(tso/dpa)

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