Giftschlamm-Unfall : Ungarisches Unglückswerk geht wieder in Betrieb

Nach der Giftschlamm-Katastrophe hatten die Behören dem ungarischen Aluminium-Werk die Betriebserlaubnis entzogen. Kommende Woche soll die Produktion wieder anlaufen.

Die Unglücks-Fabrik: Aus einem Rückhaltebecken der ungarischen Alufabrik MAL laufen Anfang Oktober 750.000 Tonnen Giftschlamm aus und verseuchen 40 Quadratkilometer Land rings um die Ortschaften Kolontar und Devecser aus.Weitere Bilder anzeigen
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16.10.2010 10:21Die Unglücks-Fabrik: Aus einem Rückhaltebecken der ungarischen Alufabrik MAL laufen Anfang Oktober 750.000 Tonnen Giftschlamm aus...

Die Ungarische Aluminium-AG, die die Giftschlamm-Katastrophe im Westen des Landes verursacht hat, geht wieder in Betrieb. Es seien erste Schritte eingeleitet worden, damit das Bauxitwerk bei Ajka ab Dienstag wieder mit voller Kapazität arbeiten könne, sagte eine Sprecherin des ungarischen Katastrophenschutzes in der Nacht zum Samstag der Nachrichtenagentur MTI.

Der ungarische Umweltstaatssekretär Zoltan Illes hatte dem Werk vor zehn Tagen die Betriebsgenehmigung entzogen, nachdem aus einem Abfallbecken rund 750 000 Tonnen giftigen Bauxitschlamms ausgeflossen waren.

Dabei starben in den benachbarten Ortschaften Kolontar und Devecser neun Menschen, rund 150 wurden verletzt. Dutzende Häuser wurden beschädigt und unbewohnbar gemacht. Die laugen- und schwermetallhaltige Brühe verseuchte eine Fläche von 40 Quadratkilometern.

Die ungarische Regierung hatte die Ungarische Aluminium-AG (MAL) zu Wochenbeginn unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. An ihrer Spitze steht nun als Regierungskommissar der Kommandant des Katastrophenschutzes, General György Bakondi. Ursprünglich hätte das Bauxitwerk bereits Freitagmittag wieder anlaufen sollen, doch habe sich die Übergabe bestimmter Dokumentationen verzögert, hieß es. (dpa)

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