Welt : Ging der Kapitän als Erster von Bord?

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Kairo - Zwei Tage nach dem Fährunglück im Roten Meer mit wahrscheinlich 1000 Todesopfern hat die Suche nach den Schuldigen begonnen. Im Mittelpunkt standen die Vorwürfe, dass der Kapitän als Erster das Schiff in einem Rettungsboot verlassen hätte, die Besatzung sich nicht genügend um die Passagiere gekümmert habe und die Rettungsaktion erst spät angelaufen sei. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden erst achteinhalb Stunden nachdem die Fähre im ägyptischen Safaga vermisst worden war, Boote und Schiffe losgeschickt, um den Passagieren zu helfen. Das ägyptische Staatsfernsehen bezeichnete die Rettungsaktion am Sonntag dagegen als „gut und schnell“. Ein Passagier erzählte: „Als das Feuer an Bord ausbrach, waren wir viel näher an unserem Ausgangspunkt Dhiba. Unser Zielhafen Safaga war noch sehr weit weg, aber trotzdem wollte der Kapitän nicht umkehren.“ Bis Sonntag wurden 401 Überlebende aus den Fluten geborgen. Die Chancen, noch weitere Menschen lebend zu finden, schätzten Experten sehr gering ein.

Vor dem Hafen in Safaga warfen verzweifelte Angehörige Steine gegen Polizisten.

Ein Offizier, der das Unglück überlebte, sagte, die Besatzung habe zum Löschen des Brandes, der eineinhalb Stunden nach Beginn der Reise ausgebrochen war, viel Meerwasser an Bord geholt. Das Gewicht des Wassers habe das Schiff möglicherweise zum Kentern gebracht. dpa

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