Welt : Glätte führt zu vielen Unfällen

Kritik an Dumping-Preisen des Deutschen Wetterdienstes

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Hamburg (Tsp/dpa). Glatteis und dichter Nebel haben am Samstag zahlreiche Unfälle in weiten Teilen Deutschlands verursacht und mehreren Menschen das Leben gekostet. Am schwersten betroffen war Südbayern, wo sich binnen weniger Stunden weit über 100 Unfälle ereigneten. Dabei starben drei Menschen.

Besonders dichter Nebel mit überfrierender Nässe bereitete den Autofahrern Probleme. Trotz Warnungen fuhren viele zu schnell. Auch in den anderen Bundesländern kam es zu vielen Unfällen. In den meisten Fällen blieb es jedoch bei Blechschäden. Auf der Autobahn A 2 bei Bad Eilsen (Niedersachsen) verunglückte ein Reisebus aus Minden, nachdem ein Autofahrer ins Schleudern geraten war. Dabei wurden nach Polizeiangaben drei Menschen schwer verletzt. Die Autobahn in Richtung Berlin musste gesperrt werden.

Auch für Sonntag und vor allem Montag warnen die Meteorologen vor Glätte.

Der Bundesrechnungshof hat den staatlichen Deutschen Wetterdienst (DWD) laut „Spiegel“ scharf gerügt. Der DWD in Offenbach verkaufe seine Vorhersagen zu unrentablen DumpingPreisen an die Medien und verstoße damit gegen geltendes Recht. Die kommerziellen DWD-Wetterberichte deckten weniger als 40 Prozent der Kosten, heißt es im „Spiegel“. Solche „Billig“-Vorhersagen könnten sich die Meteorologen nur leisten, weil der DWD jährlich mehr als 250 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt erhalte. Dem Steuerzahler entgingen damit gut 15 Millionen Euro pro Jahr. Der Bundesrechnungshof fordert dem „Spiegel“ zufolge eine Erhöhung der Preise für die Wetterberichte um jährlich zehn Prozent. Der DWD war am Samstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, weil er im Gegensatz zu anderen Behörden und Unternehmen am Wochenende keinen Bereitschaftsdienst für die Pressearbeit hat. In der Vergangenheit war der DWD wiederholt kritisiert worden, weil er trotz eines großen Beamtenapparats und mehreren tausend Mitarbeitern nicht in der Lage war, aktuelle Sturmwarnungen herauszugeben.

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