Welt : Glückslos im Kessel Buntes

Ralph Schulze

Madrid - Spanien war bereits am Montag in weihnachtlicher Fiesta-Stimmung. Die weltberühmte Weihnachtslotterie hatte rund 2,3 Milliarden Euro an Gewinnen über dem südlichen Land ausgeschüttet, dessen Bevölkerung besonders heftig unter der Wirtschaftskrise leidet. Allein mit dem „Gordo“, dem dicken Hauptgewinn, der auf die Nummer 32 365 fiel, wurden knapp 600 Millionen Euro verteilt. Gut die Hälfte ging an die Einwohner eines Innenstadtviertels in der nordspanischen Metropole Barcelona. Den „Gordo“ teilen sich mehr als Tausend Gewinner, da jede Losnummer in 195 Serien gestückelt ist und jede Seriennummer wiederum in „Zehntellose“. Für ein Zehntellos, das 20 Euro kostete, kassieren die Glückspilze nun 300 000 Euro.

Ausgelassen war die Feierlaune auch in der zentralspanischen Kleinstadt Soria, wo nicht nur rund 100 Millionen Euro des „Gordo“ herabregneten, sondern weitere 100 Millionen des dritten Lotteriepreises. Barbesitzer Jose Luis hatte die meisten Glücksnummern an seine Freunde und Kunden verkauft. Einige behielt er aber auch selbst und beschenkte sich so mit mehr als einer Million Euro.

Spaniens traurigste Lottospielerin war am Montag zweifellos eine 70-jährige Frau aus Madrid, die ihr Glückslos, auf das 100 000 Euro gefallen waren, in der Aufregung versehentlich samt Bademantel in die Waschmaschine gesteckt hatte. Ob die Paperfetzen, die sie am Montagnachmittag mit verweintem Gesicht in die Fernsehkameras hielt, von Spaniens staatlicher Lottogesellschaft anerkannt werden, steht noch in den Sternen.

Für Aufsehen sorgte auch der Wahrsager „Xerax“ in der Teneriffastadt Santa Cruz. Er hatte die mutmaßliche Gewinn-Nummer vor einer Woche in einer gläsernen Urne hinterlegt und die Box vor dem Amtssitz der Inselregierung aufgehängt. Nach der gestrigen Ziehung wurde der Kasten geöffnet. Zum Vorschein kam tatsächlich die Glücksnummer des „Gordo“. Ralph Schulze

0 Kommentare

Neuester Kommentar