Golden Globes : Clooneys Sechs

Bei den Golden Globes bekommt "Up in the Air" sechs Nominierungen – auch Deutschland ist dabei

Rita Neubauer[San Francisco]
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Komödie über Entlassungen. George Clooney mit der ebenfalls nominierten Vera Farmiga in "Up in the Air". -Foto: promo

Ein kühler Dezembermorgen, doch Hollywood stand am Dienstag ganz im Nominierungsfieber. Um fünf Uhr früh Ortszeit wurden in Los Angeles die Nominierungen für die Golden Globes bekannt gegeben, die die Filmpreissaison in den USA einläuten.

Deutschland und Österreich können auf neue Filmtrophäen hoffen. Die deutsch-österreichische Koproduktion „Das Weiße Band“ des österreichischen Regisseurs Michael Haneke ist in Beverly Hills für den begehrten Filmpreis in der Kategorie bester fremdsprachiger Film nominiert worden. Neben Haneke geht noch ein weiterer Österreicher ins Rennen: Ausnahmeschauspieler Christoph Waltz wurde für seine großartige Darstellung des charmant-schaurigen Nazischergen in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ als bester Nebendarsteller nominiert.

Waltz hatte bereits in Cannes abgeräumt. Neben Waltz sind in der gleichen Kategorie auch Matt Damon in „Invictus“, Woody Harrelson in „The Messenger“, Christoph Plummer in „The Last Station“ und Stanley Tucci in „Lovely Bones“ aufgelistet.

Mit sechs Nominierungen geht „Up in the Air“ mit George Clooney als großer Favorit in den Wettbewerb um den besten Film des Jahres. Der Streifen über einen Businessmann, dessen Hauptaufgabe es ist, Mitarbeiter zu feuern, wurde unter anderem als bestes Drama gewählt und verheißt George Clooney, Vera Farmiga und Anna Kendrick Chancen auf Schauspielerpreise. In Deutschland kommt der Film erst Anfang Februar in die Kinos. Eigentlich ist der Krisenfilm eine Komödie, aber er hat jetzt beste Chancen, als Drama groß abzuräumen. Ebenfalls in der Kategorie bester Film ist James Camerons 3-D-Fantasyfilm „Avatar“ nominiert, Hollywood wohl teuerstes Weihnachtsgeschenk. Sowie der Kriegsfilm „The Hurt Locker“ („Tödliches Kommando“) von Kathryn Bigelow, der sehr realistisch die Arbeit von Bombenexperten im Irak darstellt. Wie erwartet wurden auch „The Inglourious Basterds“ von Tarantino und das Drama „Precious“ nominiert. „Precious“ gilt als geheimer Favorit für die Oscars. Der Film über eine schwarze Analphabetin hat Amerika sehr berührt und eine große Debatte ausgelöst, ob man Afroamerikaner so darstellen darf. Bekannt gegeben wurden die Nominierungen durch die Schauspielerin Diane Kruger, Sänger Justin Timberlake und Schauspieler John Krasinski.

Die nach den Oscars wichtigsten Filmtrophäen werden in 25 Film- und Fernsehkategorien vergeben. Nach Angaben des Verbands der Auslandspresse (Hollywood Foreign Press Association), die den Preis zum 67. Mal aushändigt, haben sich dieses Jahr 173 Spielfilme, 15 Animationen, 69 Auslandsfilme und 166 Fernsehproduktionen qualifiziert. Die Preisverleihung, die als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung Anfang März gilt, findet am 17. Januar statt. Fünf Nominierungen gab es für das Musical „Nine“, darunter auch für die Schauspieler Daniel Day-Lewis, Penelope Cruz und Marion Cotillard.

In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin in einem Filmdrama“ nominiert sind: Emily Blunt in „The Young Victoria“, Sandra Bullock „In the Blind Side“, Helen Mirren in „The Last Station“, Carey Mulligan in „An Education“ und Gabourey Sadibe in „Precious“.

Bei den Männern sind nominiert: Jeff Bridges in „Crazy Heart“, George Clooney in „Up in the Air“, Colin Firth in „A Single Man“, Morgen Freeman in „Invictus“ und Tobey Maguire in „Brothers“.

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