Golf von Mexiko : Bohrloch vor der US-Küste ist versiegelt

Ende eines Alptraums: Auf den Tag genau fünf Monate nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" hat BP die endgültige Versiegelung des Unglücksbohrlochs im Golf von Mexiko verkündet.

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20. April 2010: Die 80 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana gelegene Förderplattform "Deepwater Horizon" explodiert, elf Arbeiter sterben.Weitere Bilder anzeigen
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19.04.2011 13:0120. April 2010: Die 80 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana gelegene Förderplattform "Deepwater Horizon"...

Fünf Monate nach der Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ haben die US-Regierung und BP die endgültige Versiegelung des Unglücksbohrlochs im Golf von Mexiko verkündet. Der Brand der Plattform am 20. April und ihr anschließender Untergang hatten zur schlimmsten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA geführt.

Es vergingen fast drei Monate, ehe der Konzern den Ölfluss aus dem Bohrloch in 1500 Meter Tiefe stoppen konnte. Etwa 700 Millionen Liter Rohöl flossen in den Golf von Mexiko, töteten Tiere und Pflanzen, unterbrachen Fischerei und Krabbenzucht für Monate und verseuchten die Strände an der Südküste der USA über mehrere hundert Kilometer. Erst am 15. Juli gelang es, den Kopf des Bohrlochs dauerhaft abzudichten. In der Folgezeit wurde die Quelle mit schwerem Bohrschlamm und Zement von oben verschlossen.

Der Krisenmanager der Regierung Obama, Admiral Thad Allen, verlangte von BP zusätzlich, das Bohrloch auch am Fuß des Bohrschachts mit Zement zu versiegeln. Die dafür nötigen Entlastungsbohrungen verzögerten sich durch tropische Stürme. Sie wurden am Donnerstag abgeschlossen. Seit Freitag wurden auch unten schwerer Bohrschlamm und Zement eingeleitet. Drucktests am Samstag und Sonntag bestätigten die erfolgreiche Abdichtung. Die Untersuchungen zur Ursache der Katastrophe deckten einen nachlässigen Umgang mit Sicherheitsvorgaben auf und einen unkritischen Umgang der Kontrollbehörden mit den Ölkonzernen, inklusive mehrerer Bestechungsfälle.

Am Mittwoch gab die Regierung Obama bekannt, es gebe 3500 Ölquellen im Golf von Mexiko, aus denen nicht mehr gefördert werde, die aber auch nicht verlässlich verschlossen seien. Außerdem habe die Ölindustrie 650 Bohrplattformen aufgegeben, aber nicht abgebaut. Die Regierung verlangt, dass die Konzerne ihre Entsorgungspflicht „zeitnah“ erfüllen. Die Kosten dafür werden auf 1,4 bis 3,5 Milliarden Dollar geschätzt. Sprecher der Ölbranche sagen, in einigen Fällen sei die Förderung nur vorübergehend unterbrochen, und die Betreiber wollten die Restmengen von Rohöl noch abbauen. Nach den Gesetzen muss eine Quelle spätestens fünf Jahre nach der letzten Nutzung endgültig verschlossen sein.

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