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Golf von Mexiko : Sprudelndes Bohrloch angeblich gestopft

Dem britischen Ölkonzern BP ist es möglicherweise gelungen, das seit mehr als fünf Wochen beschädigte Bohrloch im Golf von Mexiko zu verschließen. Durch die Aufnahmen einer Webcam am Meeresgrund können Sie live zuschauen.

Wie der Chef der Küstenwache, Thad Allen, am Donnerstag mitteilte, strömen kein Gas und kein Öl mehr aus dem Leck. Der obere Teil des Bohrlochs sei "stabilisiert". Der BP- Konzern bestätigte dagegen zunächst nicht, dass die am Mittwoch begonnene Aktion erfolgreich war. Gewissheit über den Ausgang der Aktion wird es erst gegen Abend geben.

Eine BP-Sprecherin in London sagte die „Top-Kill“-Aktion laufe weiter. Zu den Angaben der US-Küstenwache wolle sie nichts sagen.
In dem Bohrloch habe zunächst noch ein geringer Druck geherrscht. Sobald er auf Null gesunken sei, solle das Loch mit Zement versiegelt werden, sagte Allen der „L.A. Times“ zufolge.

160 Kilometer Küste sind bereits verschmutzt

Als Konsequenz aus der Ölkatastrophe, die mindestens 160 Kilometer Küste vor dem US-Staat Louisiana verschmutzt hat, wollte US-Präsident Barack Obama am Donnerstag schärfere Regeln für Ölbohrungen im Meer ankündigen. Außerdem werde er das Moratorium über neue Bohrungen in tiefen Küstengewässern, das nach dem Unglück verhängt wurde, um sechs Monate verlängern, berichtete die „Washington Post“.

Pläne für Probebohrungen und Verpachtungen vor Alaska sollen gekippt werden, meldete die Zeitung unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Weißen Hauses. Mit neuen Standards wolle Obama außerdem „die Aufsicht über die Industrie stärken und die Sicherheit erhöhen“. Dies seien aber nur erste Schritte eines Prozesses, den eine spezielle Kommission des Präsidenten künftig weiterführen solle.

Nach den Worten von Konteradmiral Mary Landry von der US- Küstenwache sind mittlerweile 160 Kilometer Küste verdreckt - es seien Strände wie auch Marschland. In einigen Fällen handele es sich bereits um schweres Öl, in anderen lediglich um einen Film.

BP war bei einem ähnlichen Versuch gescheitert

Der Konzern BP hatte am Mittwoch um 20 Uhr MESZ begonnen, große Schlammmassen in das Bohrloch zu pumpen. Ob die Aktion erfolgreich war, sollte nach etwa 24 Stunden feststehen. Das Ölunternehmen hatte die Erfolgsaussicht bei 60 bis 70 Prozent gesehen.

Kurzfristig könnte BP auch einen 1,50 Meter hohen Zylinder aus Stahl über das Leck stülpen, der das Öl auffangen soll, sagte Vizepräsident Kent Wells. Über ein Rohr an der Vorrichtung könnte die Brühe nach oben in ein Schiff gepumpt werden. Vor drei Wochen aber war das Ölunternehmen mit einem ähnlichen Versuch gescheitert, weil Kristalle die Leitung verstopften. Allerdings kam damals eine wesentlich größere, 13 Meter hohe Kuppel zum Einsatz.

Der Einsatz gegen die Ölpest kostete BP nach offiziellen Angaben bislang 750 Millionen Dollar (615 Millionen Euro). Die US-Regierung habe bisher 100 Millionen Dollar (82 Millionen Euro) ausgeben müssen, die sie allerdings von dem Ölkonzern zurückerhalte. (AFP/dpa)

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