Welt : Goma wartet noch immer auf Hilfe der UN

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Trotz einer recht stabilen Sicherheitslage im ostkongolesischen Ort Goma hatte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) bis zum Dienstagnachmittag noch nicht mit der Flüchtlingsversorgung begonnen. Die rund 300 000 heimgekehrten hungrigen und durstigen Flüchtlinge standen Schlange, als andere Hilfsorganisationen sich den Weg durch die von einem Vulkanausbruch am Donnerstag zerstörte Stadt bahnten, um Trinkwasser und Lebensmitteln zu verteilen.

Das WFP war von lokalen wie internationalen Helfern kritisiert worden, weil es darauf bestanden hatte, die Vulkan-Opfer in Lagern im angrenzenden Ruanda zu versorgen, bis die Lage in Goma sicher genug sei. Die Organisation hält in ihrem Lagerhaus in Goma 1000 Tonnen Lebensmittel vorrätig. Ein von den UN eingeflogener Vulkanexperte hatte am Vortag erklärt, die aktive Phase des Vulkans sei nun vorbei. Es bestehe keine Gefahr eines neuen Ausbruchs.

Vermutlich rund 300 000 Menschen sind nach dem Abflauen der Vulkantätigkeit zurück in die Stadt gekommen. Die UN schätzt, dass sich noch etwa 50 000 Menschen in umliegenden Orten aufhalten. Nur 8000 hatten das Hilfsangebot der errichteten Notlager im angrenzenden Ruanda angenommen. Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef befinden sich im Grenzgebiet zu Ruanda allerdings noch etwa 250 000 Kinder unter 15 Jahren. Die internationalen Hilfsorganisationen gehen von einem Sofortbedarf in Höhe von etwa 15 Millionen Dollar für rund 350 000 Direktbetroffene aus. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) setzte derweil die Registrierung der Obdachlosen fort und verteilte Decken. Andere Organisationen gaben Wasser und Nahrungsmittel aus. Die Deutsche Welthungerhilfe begann mit dem Bau einer Übergangspiste zwischen den durch den Lavastrom getrennten Stadtteilen.

Unterdessen weiteten sich die Plünderungen aus. Milizen der die Region kontrollierenden Kongorebellen gingen hart gegen die Diebe vor. "Seit Ausbruch des Vulkans am Donnerstag sind mindestens 17 Plünderer von Militärs erschossen worden", bestätigte Guerillasprecher Jean-Pierre Lola. Unter ihnen seien auch sieben Soldaten gewesen.

Helfer befürchteten verstärkt die Ausbreitung von Seuchen. Die meisten Menschen nutzten das Wasser des angrenzenden Kivu-Sees. "Das Wasser könnte nicht nur bakteriologisch, sondern durch die Verbindung von schwefelhaltiger Lava und im See enthaltenen Gasen auch chemisch verseucht sein", sagte IKRK-Sprecher Florian Westphal.

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