Grabung schlug fehl : Vermutlich ermordete Studentin bleibt verschwunden

Nach einem anonymen Brief nahmen Ermittler in Krefeld einen 20 Jahre alten Mordfall wieder auf. Mit Geo-Radar und Leichenspürhunden dachten sie, die Leiche gefunden zu haben. Doch die Grabung schlug fehl.

KrefeldDie Grabung nach der Leiche einer vor 20 Jahren vermutlich ermordeten Studentin im Keller der "Villa Horten" bei Krefeld (Nordrhein-Westfalen) ist fehlgeschlagen. An der Stelle, unter der die Ermittler einen alten Brunnenschacht mit der Leiche vermutet hatten, habe sich nur ein Fundament befunden, berichtete ein Polizeisprecher am Donnerstag. Dies stellt die Ermittler vor neue Probleme, da nun vermutlich unter einem Treppenhaus erneut das Fundament aufgebrochen werden müsse. Dort hatten Leichenspürhunde angeschlagen. Die damals 22-jährige Studentin Dagmar Knops war 1988 in Kempen bei Krefeld nach einem Kneipenbesuch spurlos verschwunden.

Die Mord-Ermittlungen waren wegen eines anonymen Briefs wieder aufgenommen worden, der im Februar bei der Polizei eingegangen war. In dem Schreiben steht, dass die Studentin getötet und ihre Leiche nahe der Villa versteckt worden sei. Das Haus stand damals leer, die alten Gemäuer wurden gerade renoviert.

Ermittler fragten Experten aus den USA an

Mit Hilfe eines Geo-Radars war dann unter dem Fundament der Villa, die einst der Kaufhaus-Dynastie Horten gehörte, eine auffällige Stelle entdeckt worden. Genau dort schlugen dann auch unabhängig voneinander zwei Leichenspürhunde an. Statische Probleme hatten die Bergungsaktion bereits mehrere Monate verzögert.

Die Ermittler hatten sogar Leichen-Experten aus den USA um Unterstützung in dem Fall gebeten. Auf einer "Leichenfarm" in Knoxville (Tennessee) beobachten Wissenschaftler Verwesungsprozesse unter verschiedensten Bedingungen. Mit einer Leiche, die 20 Jahre unter einer Betonschicht lag, haben Ermittler in Deutschland keine Erfahrungen. (jg/dpa)

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