Grammy Awards : Anrufung, Zuversicht, Lobpreisung

Auch der Rundfunkchor Berlin und die Berliner Philharmoniker erhielten einen der begehrten Grammys.

Christine Lemke-Matwey

Berlin im Grammy-Glück: Zum zweiten Mal nach 2008 gewinnen der Rundfunkchor Berlin mit seinem Chef Simon Halsey und die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle gemeinsam die begehrte Trophäe in der Kategorie „Beste Choreinspielung“. Mit Igor Strawinskys „Psalmensymphonie“ setzten sie sich in Los Angeles etwa gegen das London Symphony Orchestra samt Chor durch. Die Strawinsky- CD (EMI) geht auf drei Livekonzerte Ende September 2007 in der Berliner Philharmonie zurück und versammelt außerdem dessen „Symphonie in C“ sowie die „Symphonie in drei Sätzen“.

Ein Preis nicht zuletzt für ein reichlich querständiges Werk. 1930 in Boston uraufgeführt, gehört die „Psalmensymphonie“ in Strawinskys neoklassizistische Phase. „Es scheint“, so bemerkte damals der Komponist Paul Hindemith, „als ob jetzt allmählich wieder einmal die Welle für ernste und große Musik käme.“ Diese Welle wissen Rundfunkchor und Philharmoniker eifrig zu nutzen: Bereits im vergangenen Jahr konnten sie die kalifornische Jury mit ihrer Einspielung des Brahms-Requiems überzeugen.

Bleibt die Frage, ob nun ein oder zwei goldene Grammophone nach Berlin reisen. Sybillinische Antwort: eins. Und das landet, wie schon bei Brahms, in Simon Halseys Büro. Schließlich hat der Chor bei Strawinsky drei Sätze lang – Anrufung, Zuversicht, Lobpreisung – alle Kehlen voll zu tun. „Alleluia!“

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