Grand Prix : Der Truthahn aus Irland fliegt raus

Die erste Runde des 53. Eurovision Song Contest ist vorbei. Am Dienstag ging in Belgrad das erste Halbfinale über die Bühne. Zehn Länder schafften den Einzug ins Finale. Die Spaßfraktion blitzt wider Erwarten bei den Fans ab.

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Das helfen auch akrobatische Verrenkungen nicht: "Dustin The Turkey" ist nicht im Finale. -Foto: dpa

BelgradAus für den irischen Truthahn beim Eurovision Song Contest in Belgrad: "Dustin the Turkey" hat die Qualifikation für die große Show am Samstag in der serbischen Hauptstadt verpasst. Auch weitere Vertreter der Spaßfraktion fanden bei den Zuschauern der ersten Halbfinalshow keine Fans, etwa der estnische Beitrag von Kreisiraadio. Qualifiziert haben sich dagegen Griechenland, Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Finnland, Russland, Israel, Aserbaidschan, Armenien, Polen und Norwegen. Das nächste Halbfinale mit weiteren 19 Kandidaten steigt am Donnerstag. Im Finale treten 25 Nationen gegeneinander an.

Krachender Heavy Metal kommt gut an

Vor allem Irlands Johnny Morrison hatte mit seiner wild gestikulierenden Truthahn-Handpuppe und seinem krächzenden Spaß-Techno-Song "Irlande douze points" bereits im Vorfeld für Aufsehen gesorgt und unter anderem heftige Kritik von Landsmann und Doppel-Grand-Prix-Gewinner Johnny Logan geerntet. Doch er verpasste seine Chance. Die Zuschauer entschieden sich für Pop-Nummern wie die der griechischen Sängerin Kalomira Sarantis, den krachenden Heavy-Metal-Titel der finnischen Band Teräsbetoni oder die rockige Engel-Teufel-Nummer des Duos Elnur & Samir vom Eurovisions-Neuling Aserbaidschan. Ebenfalls neu dabei war San Marino, scheiterte dann aber beim ersten Auftritt.

Gleich mehrere Länder aus Osteuropa verfehlten den Einzug ins Finale. So muss Montenegros Kandidat Stefan Filipovic ebenso vorzeitig die Koffer packen wie die ehemalige Miss Slowenien Rebeka Dremelj. Aber auch Länder wie Belgien und die Niederlande gingen leer aus. Dagegen konnten Kandidaten wie Dima Bilan aus Russland sowohl die Fans im Ausland als auch die am Austragungsort begeistern, für seinen Auftritt hatte er sich den Eiskunstlauf-Olympiasieger Jewgeni Pluschenko auf die Bühne geholt. Als eine der wenigen Balladen unter den Beiträgen des ersten Halbfinals schaffte es eine kraftvolle Nummer aus Polen in die Endrunde.

Wie bei den Olympischen Spielen

Jubeln konnten vor allem Norwegens Musicalstar und Castingshow-Teilnehmerin Maria Haukaas Storeng: Aus dem Lostopf zog sie die Startnummer 25 für das Finale - damit ist ihr der letzte Auftritt vor der Abstimmung reserviert. Rumäniens Tenor Vladi Mirita und seine Duettpartnerin Nicoleta Matei müssen mit ihrem Mix aus klassischem und modernem Gesang einen bleibenden Eindruck hinterlassen - sie gehen als Erste an den Start. Ausgelassen feierten die Fans die russischen Kandidaten. Eisläufer Pluschenko war begeistert von dem "großartigen Gefühl" und verglich den Song-Contest mit Olympischen Spielen.

43 Nationen nehmen diesmal an dem traditionsreichen Wettbewerb teil. Für Deutschland gehen in der Endrunde die No Angels mit dem Popsong "Disappear" an den Start. Die deutsche Pop-Band wurde ebenso wie die Interpreten Spaniens, Frankreichs, Großbritanniens und des Gastgebers Serbien bereits für das große Finale gesetzt. Roger Cicero war im vergangenen Jahr in Helsinki 19. geworden. (sgo/ddp/dpa)

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