Griechenland : 121 Tote bei Flugzeugabsturz

Eine zyprische Chartermaschine ist eineinhalb Stunden mit 121 bewusstlosen Insassen führerlos bei Athen gekreist, dann in die Tiefe gestürzt und am Boden zerschellt.

Athen (14.08.2005, 16:44 Uhr) - Bei der Flugzeugkatastrophe am Sonntagmittag nahe dem Dorf Grammatikó gab es keine Überlebenden. Wie griechische Medien übereinstimmend berichteten, war während des Fluges die Klimaanlage ausgefallen und der Sauerstoff ausgegangen. Es seien giftige Gase ins Flugzeug gelangt. In dramatischen Minuten setzten Passagiere Not-SMS ab. Nachdem der Treibstoff verbraucht war, stürzte die Boeing 737-300 der Gesellschaft Helios-Airways in eine felsige Hügellandschaft rund 10 Kilometer nordöstlich des Athener Flughafens.

Die Unglücks-Boeing war nach Berichten des griechischen und des zyprischen Fernsehens «bekannt für ähnliche Probleme.» Vor wenigen Monaten, am 18. Dezember 2004, hatte es auf dem Flug von Warschau nach Larnaka ein ähnliches Problem gegeben. Es verlief glimpflich. Wie die zyprische Presse damals berichtet hatte, seien die Menschen «wie betäubt» aus dem Flieger herausgekommen. Auch vor dem Abflug am Sonntag sei in Larnaka ein Problem mit der Klimaanlage repariert worden, berichtete das zyprische Fernsehen.

Das abgestürzte Flugzeug soll zudem zwei Mal in den vergangenen Monaten Probleme mit der Klimaanlage und mit dem Luftdruck- Ausgleichssystem gehabt haben. Endgültige Erkenntnisse zur Absturzursache werden von der Auswertung der Flugschreiber erwartet. Sie wurden wenige Stunden nach der Katastrophe gefunden, wie das staatliche griechische Fernsehen berichtete.

Unterdessen erklärte der Sprecher des zyprischen Präsidenten Tassos Papadopoulos, Marios Karojan: «Bei allen uns vorliegenden Fakten handelt es sich nicht um einen Terroranschlag.»

In den Flughäfen von Athen und Nikosia wurden Krisenstäbe eingerichtet. Psychologen versuchten, Verwandte der Opfer zu unterstützen. (Von Takis Tsafos, dpa)

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