Welt : Griechenland in Angst vor heftigen Nachbeben

Gerd Höhler

Athen - Eine Serie von heftigen Erdstößen hat Donnerstagmittag den Süden Griechenlands erschüttert. Menschen wurden nicht verletzt. Viele Bewohner liefen aber in Panik aus ihren wackelnden Häusern, Lehrer brachten eilig ihre Schulklassen ins Freie. Das Epizentrum der Erdbeben lag vor der Küste des Peloponnes etwa 60 Kilometer von der Hafenstadt Kalamata entfernt. Die Erschütterungen waren bis nach Ägypten zu spüren.

Berechnungen zufolge hatte der erste Erdstoß, der sich um 12.09 Uhr Ortszeit ereignete, eine Magnitude von 6,5 auf der Richterskala. Das Beben, das auch in der Hauptstadt Athen die Gebäude ins Schwanken brachte, versetzte vor allem wegen seiner ungewöhnlich langen Dauer viele Menschen in Angst: etwa 20 Sekunden lang wackelten Fenster und Türen, schaukelten Lampen an der Zimmerdecke und schwankten Möbel. Nach mehreren schwächeren Nachbeben ereignete sich um 14.10 Uhr ein zweiter heftiger Erdstoß der Stärke 6,4. Eine Flutwelle, vor der Experten des Geologischen Dienstes der USA zunächst gewarnt hatten, blieb zum Glück aus. „Die Herdtiefe dieser Erdbeben lag bei etwa 30 Kilometern“, erklärte der Geologieprofessor Efthymios Lekkas. „Wenn sie sich in einer Tiefe von nur zehn Kilometern ereignet hätten, gäbe es jetzt schwere Schäden in der Umgebung des Epizentrums.“

Fachleute warnen nun vor der Gefahr weiterer heftiger Nachbeben. Besonders in der Hafenstadt Kalamata verließen die Bewohner vorsorglich ihre Häuser. Dort ist die Erinnerung an die schwere Erdbebenkatastrophe des Jahres 1986 noch wach: Damals zerstörten heftige Erdstöße große Teile der Stadt. 20 Menschen kamen ums Leben, über 300 erlitten Verletzungen. Gerd Höhler

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