Griechenland : Touristen sitzen wegen Streiks in Piräus fest

Tausende Griechenland-Urlauber haben am Mittwoch wegen eines Streiks im Hafen von Piräus festgesessen. Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft PAME verhinderten das Auslaufen aller Schiffe.

Vorläufiges Ende der Reise im Hafen von Piräus.
Vorläufiges Ende der Reise im Hafen von Piräus.Foto: AFP

Bis zum frühen Nachmittag hingen unter anderem acht Fähren fest und mit ihnen tausende Touristen auf den Weg zu ihren Urlaubsinseln im Mittelmeer.

"Touristen und Reiseveranstalter erleiden eine große Tortur", sagte der Vizepräsident des Reiseveranstalterverbandes (HATTA). "Damit wird das Image unseres Landes beschädigt." Mit einer Besserung der Lage war zunächst nicht zu rechnen. Der Streik sollte nach Angaben von PAME mindestens bis Donnerstag dauern. Damit setzte sich die Gewerkschaft über eine Justizentscheidung hinweg: Ein Gericht hatte die Aktion am späten Dienstagabend für "überzogen" erklärt und verboten.

Dagegen verteidigte die Gewerkschaft ihr Vorgehen: "Was zählt ist, dass unsere Kinder davor bewahrt werden, für Hungerlöhne zu arbeiten. Es geht nicht darum, vor Mykonos zu tauchen", sagte Yiannis Manousogiannakis.

In den vergangenen Wochen und Monaten fanden in Griechenland immer wieder Streiks und Demonstrationen statt. Die Proteste richten sich gegen die rigiden Sparpläne der Regierung, die diese mit den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Gegenzug für Kredithilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre aushandelte. Damit soll eine Staatspleite des hoch verschuldeten Landes verhindert werden.

Die Proteste schaden zunehmend dem Tourismus, einer wichtigen Säule der griechischen Wirtschaft. Um einer Welle von Stornierungen zuvorzukommen, hat die Regierung in Athen versprochen, Touristen für Unannehmlichkeiten zu entschädigen. So würden zusätzliche Hotel- sowie Reisekosten übernommen, kündigte Kulturminister Pavlos Geroulanos am Dienstag an. Der Tourismus macht rund 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. (AFP)

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