Welt : Grönemeyer: Wort halten für die Armen

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Berlin So schnell will Herbert Grönemeyer nicht aufgeben. Zwar habe seine Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ bisher nur wenig erreicht und die Politik nicht zum Umdenken bewegt, trotzdem möchte sich der Sänger auch in Zukunft gegen Armut in der Dritten Welt engagieren: „Wir machen weiter, bis die Politiker uns nicht mehr ertragen können.“

300000 Protest-Unterschriften hat „Deine Stimme gegen Armut“ bisher gesammelt, vorigen Freitag wurden sie Bundeskanzler Gerhard Schröder übergeben. Im Rahmen der Berliner Popkomm erneuert Grönemeyer nun die zentrale Kampagnenforderung: „Wort halten!“ In der „Milleniumserklärung“ der Vereinten Nationen hätten sich die Staatschefs der westlichen Welt im Jahr 2000 verpflichtet, die Zahl der „extrem Armen“ innerhalb von 15 Jahren weltweit zu halbieren. Nun seien bereits fünf Jahre vergangen, und passiert sei nicht viel. „Ganz erschütternd“ findet es Grönemeyer zudem, wie „tragisch die westliche Welt bei Hungerkatastrophen in Afrika scheitert“. Und wer dann noch bedenke, dass weltweit jährlich 70 Milliarden Dollar in Entwicklungshilfe, aber rund eine Billion Dollar in Waffen gesteckt würden, könne „sich nur an den Kopf fassen“, findet Grönemeyer. Die Kritik der Kampagne richte sich nicht nur an die jetzige Bundesregierung, sondern auch an alle künftigen Regierungen: „Frau Merkel stammt ja aus einem protestantischen Haushalt wie ich, da werde ich sie an die Bibel erinnern.“ Außerdem ärgert sich Grönemeyer über den derzeitigen Bundestagswahlkampf. Das „ganze Geld für Plakate“ solle lieber in die Entwicklungshilfe gesteckt werden.sle

Infos zur Kampagne gibt es im Internet unter www.deine-stimme-gegen-armut.de.

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