Großbritannien : Kein Ende der Flut in Sicht

Die Lage in den Hochwassergebieten in England ist weiter angespannt. Tausende Haushalte müssen ohne Wasser und Strom auskommen. Eine Entwarnung ist nicht absehbar: Meteorologen rechnen mit weiteren heftigen Regenfällen.

Hochwasser in England
Die schlimmste Flut seit 60 Jahren: Premierminister Gordon Brown macht den Klimawandel für die Katastrophe verantwortlich. -Foto: dpa

London Die Lage in den Hochwassergebieten im Westen und Süden Englands ist weiter angespannt. Rund 350.000 Haushalte mussten die Nacht zum Dienstag ohne Wasserversorgung auskommen, in etwa 50.000 Haushalten gab es auch keinen Strom. Besonders kritisch war die Lage in der Grafschaft Gloucestershire, wo Rettungsmannschaften Dämme um ein Elektrizitätswerk bauten, das etwa 500.000 Haushalte versorgt. Das Zentrum der Stadt Gloucester entging in der Nacht einer befürchteten Überflutung, als der Anstieg des Flusses Severn nur fünf Zentimeter unterhalb der fünf Meter hohen Flutschutzmauer stoppte.

In weiteren Städten entlang der Flüsse Themse und Severn wurden die Höchststände der Flut erst am Dienstagmorgen beziehungsweise im Laufe des Tages erwartet. Auch zahlreiche Anwohner der Universitätsstadt Oxford nahe London wurden angewiesen, ihre Häuser zu verlassen. Die Überschwemmungen gelten als die schlimmsten seit 60 Jahren.

Tausende ohne Trinkwasser

Die Umweltbehörde gab nach den sintflutartigen Regenfällen vom Wochenende acht höchste Hochwasserwarnungen heraus. Die Lage sei "kritisch". Besonders betroffen sind neben Gloucestershire die Regionen Herefordshire, Lincolnshire, Oxfordshire and Berkshire. Am Montag kam es bereits zu Massenevakuierungen, zahlreiche Menschen wurden mit Hubschraubern aus ihren Häusern gerettet. Anwohner mussten in Notunterkünften ausharren. Unternehmen spendeten Millionen Wasserflaschen. Die Behörden rechneten nicht damit, dass die Versorgung mit Trinkwasser in den kommenden Tagen wieder hergestellt werden kann.

Die Versicherer gehen von einem Schaden von umgerechnet rund drei Milliarden Euro aus. Premierminister Gordon Brown machte den Klimawandel für die Katastrophe verantwortlich. Er versprach die Hochwasserhilfe von 600 Millionen auf 800 Millionen Pfund (rund 1,2 Milliarden Euro) zu erhöhen. Es ist bereits die zweite große Flut, die Großbritannien in diesem Sommer heimsucht.

Die Luftwaffe sprach von ihrem größten Einsatz in Friedenszeiten. Soldaten und Feuerwehr waren im Dauereinsatz. Die Menschen fuhren mit Schlauchbooten auf den überfluteten Straßen, Feuerwehrwagen steckten im Wasser fest. Straßen wurden gesperrt und Zugverbindungen waren unterbrochen. Und Entwarnung ist nicht in Sicht: Für diesen Mittwoch sagten die Meteorologen erneut kräftigen Regen voraus. (mit dpa)

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