Welt : Großbritannien schafft 100 Jahre alte Quarantäne ab

Ivan, Claude, Ximo und Aden werden am Montag zu einer historischen Überquerung des Ärmelkanals ansetzen: Als erste Tiere seit einhundert Jahren dürfen die Hunde frei nach Großbritannien einreisen, ohne sechs Monate in Quarantäne zu müssen. Von Calais aus werden die Vier am Morgen zusammen mit elf weiteren Hunden und einer Katze den Eurotunnel durch den Ärmelkanal nehmen. Nach einer kurzen Überprüfung ihrer Papiere am Zielort Folkestone durch den Zoll dürfen sie als freie Tiere ihren Besitzern in die neue Heimat folgen.

Die Ersetzung der Quarantäne durch einen simplen "Pass für Tiere" gehörte zu den Wahlversprechen von Premierminister Tony Blair. Allerdings dauerte es fast drei Jahre, bis die Labour-Regierung das Versprechen einlöste. Und auch jetzt noch ist die "freie Einreise" für Hunde und Katzen von zahlreichen drakonischen Maßnahmen begleitet. Zunächst einmal handelt es sich nur um ein auf ein Jahr befristetes Pilotprojekt. Von der Quarantäne befreit sind zudem nur Hunde und Katzen aus 22 Ländern, in denen keine Tollwut herrscht. Einreisen dürfen sie nur via Eurotunnel sowie über die Häfen Dover und Portsmouth. Erst in einer zweiten Phase soll der Flughafen von London-Heathrow hinzukommen.

Für die Unbedenklichkeitsbescheinigung müssen die Haustiere eine Reihe von teilweise unangenehmen Eingriffen und Tests über sich ergehen lassen: Unter ihrem Fell wird ihnen zur Identifizierung ein Mikrochip eingepflanzt; sie werden gegen Tollwut geimpft; ihnen wird Blut abgezapft und sie müssen frühestens 48 Stunden vor der Einreise entfloht und entwurmt werden.

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