Großbritannien wartet auf Kates Entbindung : Wie deutsch ist das "Royal Baby"?

Britische Historiker beklagen „Invasionen“ des deutschen Adels in der Vergangenheit – ein ganzes Land wartet auf das freudige Ereignis, wenn das "Royal Baby" das Licht der Welt erblickt.

Der königstreue Engländer Terry Hutt wartet vor der Entbindungsklinik.
Der königstreue Engländer Terry Hutt wartet vor der Entbindungsklinik.Foto: AFP

Es kann nur eine Frage von Tagen sein, bis Catherine, Herzogin von Cambridge, ihr Kind zur Welt bringt – und damit die Nummer drei der britischen Thronfolge. Ganz Großbritannien wartet auf dieses Ereignis. Wegen mindestens dreier „Invasionen“ des deutschen Adels – wie britische Historiker es nennen – kann auch in Deutschland auf den Neuankömmling angestoßen werden. Mindestens fünf deutsche Adelsgeschlechter hatten in der Geschichte ihre Finger im Spiel und haben noch heute Auswirkungen auf die Familie Windsor. Auch wenn diese ihren deutschen Namen Sachsen-Coburg und Gotha längst nicht mehr trägt und die Verbindungen nicht aktiv aufrechterhält.

Das sind die fünf deutschen Adelshäuser und ihre Spuren in Großbritannien:

Haus Sachsen-Coburg-Gotha: Die Coburger hatten durch geschickte Heiratspolitik immensen Einfluss in Europa gewonnen. Unter anderem die Höfe in Belgien, Schweden und vor allem Großbritannien sind von dem kleinen, fränkisch-thüringischen Herzogtum beeinflusst. 1840 verbandelten die Coburger mit tatkräftiger belgischer Hilfe ihren Prinzen Albert mit der britischen Königin Victoria – ihrerseits ein Abkömmling des Vorgängerherzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld. Albert, zunächst in London argwöhnisch beäugt, gab einen stattlichen Prinzgemahl mit erheblichem Einfluss in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Die Royal Albert Hall und ein riesiges Denkmal im Hyde-Park zeugen noch heute von seiner Beliebtheit. Der Familienname Saxe-Coburg-Gotha wurde 1917 aus politischen Gründen in Windsor geändert. Albert und Victoria sind die Urururururgroßeltern des neuen Babys.

Haus Teck: Die Herzöge von Teck waren eigentlich im 15. Jahrhundert schon ausgestorben. Später ging der Titel aber an die Württemberger über. Eine Tochter aus diesem Hause, Maria von Teck, Enkelin von Herzog Alexander von Württemberg, heiratete den späteren britischen König Georg V. Maria von Teck und ist die Mutter der „Queen Mum“, Großmutter von Queen Elizabeth und Urururgroßmutter des Babys.

Haus Hannover: Die Welfen üben ihren Einfluss über Königin Victoria aus. Die große Königin ist eine Nichte von Georg III. von Hannover, der in Personalunion britischer König war. Mit Victoria endete die Personalunion zwischen London und Hannover. Als Frau durfte sie zwar Königin von Großbritannien und Irland sowie Kaiserin von Indien sein, nicht aber Königin von Hannover.

Haus Battenberg: Im hessischen Landadel sowie im Königreich Griechenland hat Prinz Philip seine Wurzeln. Die Mutter des Mannes von Queen Elizabeth II. – er ist Großvater von Prinz William und Urgroßvater des Babys – war Alice von Battenberg. Sie hatte nach Griechenland geheiratet. Heute ist Mountbatten – die verenglischte Variante von Battenberg – Teil des offiziellen Familiennamens der Royals – Mountbatten-Windsor. Der Name wird jedoch nur bei amtlichen Anlässen wie etwa Hochzeiten benutzt.

Haus Schleswig-Holstein-SonderburgGlücksburg: Diesem Herzogtum entstammt Prinz Philip über die Linie des Vaters. (dpa)

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