Großfahndung : Schwerverbrecher aus Aachener Gefängnis geflohen

UPDATE Sie überwältigten einen Wärter und einen Pförtner, dann flohen sie mit einem Taxi nach Köln: Zwei gefährliche Straftäter sind aus der Justizvollzugsanstalt Aachen ausgebrochen. Die Polizei löste eine Großfahndung aus und warnt die Bevölkerung, gegen die als brutal geltenden Männer vorzugehen.

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Auf der Flucht: Michael Heckhoff (l.) und Peter Paul Michalski -Foto: Polizei/ddp

Aachen/KölnDie Großfahndung nach zwei ausgebrochenen Häftlingen aus der Justizvollzugsanstalt Aachen ist bislang erfolglos verlaufen. Trotz des Einsatzes von Hubschraubern, Straßenkontrollen, einer Spezialeinheit und vielen Polizisten konnten die Ermittler noch nicht auf die Spur des flüchtigen Duos kommen. "Wir haben einen riesigen Apparat in Gang gesetzt, aber leider bislang keine konkreten Hinweise auf den Aufenthaltsort", sagte Karl Völkel, Sprecher der Polizei in Aachen.

Die als gefährlich eingestuften Männer im Alter von 50 und 46 Jahren waren am Donnerstagabend aus dem Aachener Gefängnis ausgebrochen und mit einem Taxi nach Köln geflüchtet. Zuvor hatten sie einen Wärter und einen Pförtner in der JVA überwältigt. Sie waren unter anderem wegen Mordes, versuchten Mordes und Geiselnahme in Sicherheitsverwahrung inhaftiert.

Als sie aus dem Gebäude flüchteten, sei zufällig ein Taxi vorgefahren, das einen Freigänger in die JVA zurückgebracht habe. "Dieses Taxi haben sie mit dem Fahrer gekapert", sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Mit dem ersten Taxi fuhren sie nach Kerpen-Buir. "Dort bestellten sie von einer Lokalität aus ein weiteres Taxi", so Kemen. Sie zwangen den ersten Fahrer, mit ihnen einzusteigen, und ließen sich nach Köln bringen. Von einer Geiselnahme könne zur Zeit aber noch nicht gesprochen werden. "Der zweite Taxifahrer hat von einer Geiselnahme nichts bemerkt", sagte der Polizeisprecher.

Das Duo gilt als brutal und rücksichtslos. Daher wird die Bevölkerung ausdrücklich gewarnt, gegen die Ausbrecher vorzugehen.

"Wir fahnden bis ins kleinste Mosaik", sagte Kemen. Die Taxizentralen seien genauso alarmiert wie Krankenhäuser und Zoll. Die Bundespolizei verstärke die Überwachung an Flughäfen und Bahnhöfen. (smz/dpa/ddp)

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