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Grubenunglück in der Ostukraine : Vermutlich Dutzende Tote bei Explosion in Bergwerk

Bei einer Explosion in einem ostukrainischen Bergwerk könnten Dutzende Menschen ums Leben gekommen sein. Bislang wurden nach Aussagen von Rettungskräften fünf Leichen geborgen. Einen Zusammenhang mit den Kämpfen in der Region gebe es nicht, hieß es.

Angehörige von Bergwerksarbeitern (rechts) am Haupteingang der Grube Sassjadko.
Angehörige von Bergwerksarbeitern (rechts) am Haupteingang der Grube Sassjadko.Foto: AFP


Bei einer Explosion in dem Kohlebergwerk Sassjadko in der Ostukraine sind vermutlich Dutzende Arbeiter ums Leben gekommen. Der Betreiber der Grube berichtete, die Kumpel seien unter Tage gefangen. Rettungskräften zufolge ist ihre Überlebenschance gering. Das Unglück steht nach offiziellen Angaben nicht im Zusammenhang mit den Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee in der Region. Die Regierung in Kiew warf den Rebellen allerdings vor, die Rettungsarbeiten durch eine Abriegelung des Bergwerkes zu behindern.
Ein Grubenarbeiter berichtete, bisher seien fünf Leichen geborgen worden. Rettungskräfte vor Ort gehen davon aus, dass sich noch etwa 50 Bergleute unter Tage befinden könnten. In ersten Berichten war zunächst von 30 Toten die Rede.
In der Mine Sassjadko, die seit 57 Jahren betrieben wird, ist es immer wieder zu Unglücken gekommen. 2007 kamen 106 Menschen bei einer Explosion ums Leben. Ende Januar 2015 hatte es in dem Steinkohle-Bergwerk einen Stromausfall infolge der Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten gegeben. Dadurch waren fast 500 Bergleute vorübergehend eingeschlossen. Sie konnten durch die Wiederherstellung einer provisorischen Stromversorgung gerettet werden. Das Bergwerk produzierte 2013 etwa 1,4 Millionen Tonnen Kohle. Es liegt mitten in dem von Aufständischen kontrollierten Donezkbecken.

Nach Gewerkschaftsangaben vom Mittwoch waren zum Zeitpunkt des Unglücks 207 Arbeiter in der Mine.

Im Osten der Ukraine tobt ein Konflikt zwischen Aufständischen und Regierungssoldaten. Es ist nach diplomatischen Gesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ein Waffenstillstand in Kraft, der sich jedoch als brüchig erwiesen hat. Die Lage in dem Gebiet ist unübersichtlich. Derzeit befindet sich bereits der 17. Hilfskonvoi aus Russland auf dem Weg in die Krisenregion. (rtr/dpa)

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