Grubenunglück : Schicksal von 34 Kumpeln weiterhin unklar

Nach wie vor versuchen Rettungskräfte, nach dem schweren Grubenunglück in der Ukraine zu den verschütteten Bergmännern vorzudringen. Ein Wettlauf mit der Zeit: Der Stollen füllt sich mit Grundwasser.

Grubenunglück
Rettungskräfte planen den Einsatz - 34 Männer sind weiterhin im Stollen verschüttet. -Foto: AFP

Jenakijewo Nach dem schweren Grubenunglück in Jenakijewo im ostukrainischen Donezbecken versuchen Rettungskräfte weiterhin, zu den unter Tage verschütteten Bergarbeitern vorzudringen. In 750 Metern Tiefe entdeckten die Helfer einen toten Bergmann, wie die ukrainische Aufsichtsbehörde am Montag nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. Das ukrainische Fernsehen vermeldete, dass zwei Kumpel lebend geborgen werden konnten. Nach offiziellen Angaben sind noch 34 Männer in der Schachtanlage in etwa 1000 Metern Tiefe verschüttet. Es blieb am Montag weiter unklar, wie viele der Bergleute die schwere Grubengas-Explosion vom Sonntagmorgen überlebten. Die Einsatzkräfte kämpfen gegen die Zeit, da der eingestürzte Stollen voll Grundwasser läuft.

Bei den Arbeiten im Schacht "Karl Marx" war es am Sonntagmorgen rund 1000 Meter unter Tage zu einer schweren Methangasexplosion gekommen. Die Detonation sei so stark gewesen, dass Fensterscheiben in Gebäuden an der Erdoberfläche zu Bruch gingen, berichteten Augenzeugen. Durch die Wucht seien auch das unterirdische Luftversorgungssystem sowie die übrige Infrastruktur zusammengebrochen.

Mine sollte geschlossen werden

Die Mine war nach Angaben der Betreiber am Samstag aus Sicherheitsgründen zur Schließung vorgesehen, weshalb sich nicht mehr so viele Arbeiter wie sonst dort aufhielten. Die Kumpel wollten die letzten Vorkehrungen für die Schließung treffen.

Die Regierung hat wegen der zahlreichen Grubenunglücke mit vielen Toten in den vergangenen Monaten Dutzende Schächte schließen lassen. Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen bei Grubenexplosionen. Bei der schwersten Bergwerks-Katastrophe des Landes waren Mitte November 2007 in der Anlage Sassjadko in der ostukrainischen Stadt Donezk 101 Kumpel gestorben. Die Kohlegruben in der Ukraine gehören wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen zu den gefährlichsten weltweit. (kda/dpa)

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