Welt : Grüne Welle

Das Landgericht Leipzig hat entschieden, wer mit dem DDR-Ampelmännchen Profit machen darf Heute aus Los Angeles

Sebastian Leber

Jetzt kann es richtig losgehen. Endlich. Markus Heckhausen will neue Sportartikel auf den Markt bringen. Und Kinderspielzeug. Vielleicht ein paar Getränkesorten. Die Pläne hat er schon in der Schublade, nur fehlte bisher die Rechtssicherheit. Seit gestern ist das anders, sagt der Berliner Unternehmer: „Das war ein guter Tag.“ Für den Roten Steher. Für den Grünen Geher. Und für Markus Heckhausen.

Anderthalb Jahre stritt der Geschäftsführer der Ampelmann GmbH vor Gericht um die Frage, wer mit der Vermarktung des roten und grünen Ost-Symbols Geld verdienen darf. Denn sowohl er als auch ein Ingenieur aus Sachsen hatten sich seit Mitte der 90er Jahre verschiedene Markenrechte gesichert und eigene Nostalgie-Produkte angeboten. Das Landgericht Leipzig entschied nun: Nur der Berliner Heckhausen darf die beiden DDR-Figuren weiterhin auf T-Shirts, Wimpel und Stofftaschen drucken. Sein Konkurrent, der Sachse Joachim Roßberg, kann künftig nur noch seinen so genannten „Ampelmännchen-Schnaps“ anbieten – in den Geschmacksrichtungen Wodka Litschi und Pfefferminz. Alle anderen Nutzungen sind ihm untersagt. Die Begründung: Roßberg habe seine gesicherten Rechte, abgesehen vom Schnaps, nicht ausreichend genutzt.

Für den Berliner Heckhausen ist das Urteil der Startschuss für neue Produkte für DDR-Nostalgiker. „Wir hatten Angst, dass große Konzerne über Roßberg in den Markt einsteigen und uns alles kaputtmachen könnten.“ Nun, da fast alle Rechte bei der Ampelmann GmbH liegen, könne man „große Schritte tun und viel in das Ampelmännchen investieren“, sagt Heckhausen. Der Jahresumsatz von 2,4 Millionen soll schon dieses Jahr um ein Drittel gesteigert werden. Das schaffe auch Arbeitsplätze – „und zwar im Osten, da kommt unser Männchen schließlich her“. Bereits jetzt werde ein Großteil der Produktpalette in den neuen Bundesländern hergestellt: die Kunststoffartikel in Thüringen, der Fruchtgummi in Mecklenburg-Vorpommern, bedruckte Babykleidung in Sachsen. Details seiner Expansionspläne will Heckhausen nicht verraten: „Erst müssen wir abwarten, ob Roßberg in Revision geht.“

Das könnte passieren, denn der Sachse ist über das Urteil „einigermaßen deprimiert und auch wütend“. Schließlich bezeichnet sich Roßberg als „die Wiege des Ampelmännchens“: Schon in den 70er Jahren hatte er bei der Montage der Steher und Geher mitgeholfen – damals allerdings nicht als Geschenke und Wohnzimmerschmuck, sondern an regulären Verkehrsampeln. Besonders ärgerlich findet Roßberg, dass „das Ampelmännchen nun aus seiner Heimat entrissen“ und von einem – im Schwabenland geborenen – Wahlberliner zu Geld gemacht werde. „Die Figuren kommen doch hier aus Sachsen“, sagt er. „Deshalb werden sie bei uns Sachsen-Männchen genannt. Die ganze Region steht voll hinter den Männchen.“ Wenn Roßberg das Urteil hinnimmt, muss er auch die Produktion von Ampelmännchen aus Metall einstellen. Die hat er bisher wahlweise als Türstopper oder Garderobenhalter verkauft, und so angeblich vier Arbeitsplätze geschaffen. „Wenn das jetzt vorbei ist, muss ich die Leute entlassen.“ Und noch eine Sorge treibt ihn um: Dass der Berliner Heckhausen erneut vor Gericht ziehen und ihm ein weiteres Markenrecht streitig machen könnte: das des Ampelmädchens, des weiblichen Pendants. Gut möglich, dass es soweit kommt, sagt Heckhausen. Schließlich habe Roßberg das Mädchen gar nicht erfunden.

Bei der gestrigen Urteilsverkündung saß auch ein Mann im Gerichtssaal, der überhaupt keine kommerziellen Interessen verfolgt: Der Psychologe Karl Peglau hat die Ampelmännchen 1961 für das Verkehrsministerium der DDR erfunden. Und hängt auch mit 79 Jahren „noch mit ganzem Herzen an beiden“. Dass nun durch das Leipziger Urteil der Weg für mehr Ampelmann-Produkte frei sei, freut ihn. „Jetzt wird die Figur ihre friedliche Botschafterrolle umso stärker wahrnehmen.“ Peglau kann den Sachsen Roßberg nicht leiden, weil der seine Männchen auf Schnapsflaschen druckt. Und auch in Zukunft drucken darf. Verkehrsmännchen und Alkohol, das passe nicht zusammen.

Tom Cruise , Schauspieler, hat den Spitzenplatz der Prominenten-Liste des US-Magazins „Forbes“ erobert. Der „Mission Impossible“-Darsteller verdiente in den letzten zwölf Monaten 67 Millionen Dollar, hieß es in der „Celebrity 100 Power“-Liste. Zudem sorgte er mit seinen Liebesbeteuerungen für Katie Holmes und der Geburt der Tochter Suri für einen riesigen Medienrummel. Den zweiten Platz belegen die Altrocker der Rolling Stones , vor der Talkshow-Gastgeberin Oprah Winfrey , die damit ihren Spitzenplatz vom Vorjahr räumen musste. Der deutsche Formel-Eins-Weltmeister Michael Schumacher brachte es auf Platz 30, um einiges schlechter als der 17. Platz im vorigen Jahr. Super-Model Heidi Klum ist auf Rang 96 zu finden, abgeschlagen hinter Kollegin Gisele Bündchen auf Platz 71. „Forbes“ erstellt seine Liste nach dem Einkommen der Stars, bezieht aber auch die Popularität und Präsenz in den Medien ein. Dazu zählen Auftritte im Fernsehen sowie Titelbilder auf Magazinen und Internet-Hits. dpa

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