Günzburg : Toter Fahrer rast in Trauerzug

Mit einem Toten am Steuer ist ein Paketauto im bayerischen Jettingen-Scheppach in einen Leichenzug gerast. Zwei Frauen starben am Unfallort, 33 Teilnehmer wurden verletzt; fünf davon schweben noch immer in Lebensgefahr.

Günzburg - Mit einem Toten am Steuer ist ein Paketauto bei Günzburg in Bayern in einen Leichenzug gerast und hat mehrere Dutzend Trauergäste zu Boden gerissen. Zwei Frauen aus dem Trauerzug starben, 33 Teilnehmer wurden schwer verletzt. Der 60 Jahre alte Fahrer eines privaten Paketdienstes habe nach ersten Erkenntnissen einen tödlichen Herzinfarkt erlitten, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Bei fünf der Schwerverletzten bestehe weiter Lebensgefahr.

Etliche weitere Menschen kamen mit leichten Verletzungen davon. Die rund 150 Trauernden befanden sich gerade auf dem Weg von der Kirche zum Friedhof in Jettingen-Scheppach, als es zu dem Unglück kam. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) zeigte sich tief betroffen und sprach den Opfern und deren Angehörigen sein Mitgefühl aus: «Ganz Bayern schaut mit großer Bestürzung auf dieses tragische Unglück.»

Der Bürgermeister der knapp 7.000 Einwohner großen Gemeinde, Hans Reichhart (CSU), hatte ebenfalls an dem Trauerzug teilgenommen und war dem Unglück nur knapp entkommen. Reichhart sagte der dpa: «Ganz Jettingen-Scheppach steht unter Schock. Es wird sicher sehr, sehr lange dauern, bis die Gemeinde den Schicksalsschlag überwunden hat.»

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war mit zwölf Hubschraubern, darunter einem Großraumhelikopter, sowie 30 Kranken- und Notarztwagen im Einsatz. Die meist an Schädel und Wirbelsäule Verletzten wurden in Krankenhäuser nach Günzburg, Ulm, Augsburg, Schwabmünchen und München gebracht.

Die körperlich unversehrt gebliebenen Trauergäste wurden von Kriseninterventionskräften psychologisch betreut. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und der Malteser-Hilfsdienst hatten insgesamt 22 Einheiten zur Krisenintervention - so genannte KIT-Einheiten - an den Unfallort entsandt.

Der Leichnam des Paketfahrers wird auf Anordnung der Staatsanwaltschaft zur Ermittlung der exakten Todesursache obduziert. Ein Sachverständiger soll klären, wie es genau zu dem Unfall kam. (tso/dpa)

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