Guy Ritchie über Madonna : "Sie ist eine fantastische Mutter"

Guy Ritchie unterstützt seine Ex-Frau Madonna bei ihrem Adoptionswunsch. Madonnas ist mit dem Versuch gescheitert, eine Vierjährige aus Malawi zu adoptieren.

Ritchie
Bild aus besseren Tagen. Madonna und Guy Ritchie im Mai 2008 in Cannes. -Foto: dpa

Johannesburg/LondonNach ihrem gescheiterten Versuch, ein vierjähriges Mädchen aus dem ostafrikanischen Malawi zu adoptieren, erhält die US-Popdiva Madonna Unterstützung von ihrem Ex-Mann Guy Ritchie. „Madonna ist eine fantastische und liebevolle Mutter, die sich intensiv um ihre eigenen sowie um hilfsbedürftige Kinder kümmert“, sagte Ritchie in einer Stellungnahme. „Ich stand voll hinter Madonnas Adoptionsentscheidung, und ich bin traurig, dass ihr Antrag zurückgewiesen wurde“, zitierte die Zeitung „Daily Telegraph“ am Samstag aus der Erklärung Ritchies.

„Sie will nur ein gutes Elternteil sein und einige der Vorteile und Möglichkeiten teilen, die das Leben ihr gegeben hat“, hieß es in der Erklärung weiter. „Dieses Mal hat es nicht geklappt, aber es wird andere Gelegenheiten geben, und ich wünsche ihr alles Gute.“ Madonna und der Regisseur hatten sich im November nach acht Jahren Ehe scheiden lassen. Gemeinsam adoptierten sie 2006 den heute dreieinhalbjährigen David aus Malawi.

Inzwischen hat Madonna das ostafrikanische Land wieder verlassen. Nach Angaben von Flughafenmitarbeitern traf die Sängerin am Sonntag mit einem Konvoi aus vier Fahrzeugen am Internationalen Airport von Malawis Verwaltungshauptstadt Lilongwe ein. Madonnas Privatjet startete demnach kurz darauf vom Frachtterminal. Ein Gericht in Lilongwe hatte am Freitag den Antrag der 50-Jährigen auf Adoption der dreijährigen Chifundo „Mercy“ James abgelehnt. Ihr Anwalt hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt.

Das Gericht hatte seine Ablehnung damit begründet, dass eine leichtfertige Bewilligung der Adoption des Mädchens den Weg für „skrupellose Kinderhändler“ freimachen könne. Der Richter hatte gegen die Adoption entschieden, weil Madonna als nicht im Lande lebende alleinerziehende Mutter die gesetzlichen Auflagen nicht erfülle. Die besagen, dass Ausländer, die ein Kind aus Malawi adoptieren wollen, mindestens 18 bis 24 Monate im Land gelebt haben müssen. Erst dann dürfen sie ein malawisches Kind in ihre Obhut nehmen. Bei der Adoption von David, im Jahr 2006, konnte die Sängerin diese Regelung offenbar umgehen. Entgegen der Gesetze durfte sie den Jungen sofort mit nach London nehmen – ohne die geforderte Zeit im Land zu verbringen.

Offenbar wollte die malawische Regierung auch im Fall der vierjährigen Chifundo eine Ausnahme für Madonna genehmigen – doch das Familienministerium entschied schließlich dagegen. Dies berichtete die „Bild am Sonntag“. Für die Sängerin sei dies ein besonders harter Schlag, da sie sich bereits seit drei Jahren um das Mädchen bemühe. Demnach sah Madonna das Kind zum ersten Mal, als sie für die Adoption von David nach Malawi reiste. Nach dem Bericht starb Chifundos Mutter kurz nach deren Geburt im Alter von 14 Jahren. Der Vater des Mädchens starb an Aids.

Davids Vater hingegen lebt noch. Der Adoption seines Sohnes hatte er damals zugestimmt, nun traf er ihn erstmals wieder. Denn vor der Gerichtsentscheidung reiste Madonna mit ihren leiblichen Kindern Lourdes und Rocco sowie dem adoptierten David durch Malawi. Das Land gehört zu den ärmsten der Welt, mehr als die Hälfte der zwölf Millionen Bewohner leben von weniger als einem Dollar am Tag. Das Vermögen Madonnas wird auf mehrere hundert Millionen Dollar veranschlagt. Mit ihrer Stiftung Raising Malawi unterstützt die Sängerin Waisenkinder in dem Land. dpa/AFP

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