• „Hänsel und Gretel“ gegen Kindesmissbrauch Neue Stiftung startet Kampagne, um Gewalt vorzubeugen

Welt : „Hänsel und Gretel“ gegen Kindesmissbrauch Neue Stiftung startet Kampagne, um Gewalt vorzubeugen

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Berlin (dpa). Rund 15 000 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch werden jährlich in Deutschland gemeldet. Die 1997 gegründete Karlsruher Stiftung „Hänsel und Gretel“ will deshalb mit einer weiteren bundesweiten Aufklärungskampagne dem Kindesmissbrauch vorbeugen. Das sagte am Freitag in Berlin die Vorsitzende der Stiftung, die frühere badenwürttembergische Sozialministerin Barbara Schäfer-Wiegand. Drei Viertel der Opfer seien Mädchen, die meisten von ihnen im Grundschulalter. Die Dunkelziffer dürfte höher sein.

Die Kampagne mit Funk- und Filmspots, Zeitschriftenanzeigen und einem „Märchenbüchlein für Erwachsene“ wurde von einer Hamburger PR- Agentur konzipiert. Die Kampagne geht vom Hänsel-und-Gretel-Motiv aus, die, wie Marcus Korell von der Agentur sagte, „allein aus dem Wald herausfanden“. Dem Märchen wird in den Anzeigen der Satz entgegengehalten „Kindesmissbrauch ist kein Märchen!“. Die Aktion wird von dem Schauspielerehepaar Susanne Lothar und Ulrich Mühe unterstützt.

Die „Hänsel und Gretel“-Stiftung konnte bisher über 20 Video- Anhörungszimmer für geschädigte Kinder einrichten, die damit von einem persönlichen Erscheinen vor Gericht verschont bleiben. Zudem wurden in bislang sieben Städten zusammen mit Geschäftsleuten „Notinseln“ eingerichtet. Das sind Geschäfte mit Aufklebern im Fenster, die darauf vorbereitet sind, bedrohten oder misshandelten Kindern weiterzuhelfen.

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