Welt : Haft für Steinewerfer: Jugendliche wegen Mordes an Autofahrerinnen verurteilt

Die drei amerikanischen Jugendlichen, die in Darmstadt mit Steinwürfen zwei tödliche Autounfälle verursacht haben, sind wegen Mordes und versuchten Mordes zu mehrjährigen Jugendstrafen verurteilt worden. Der zur Tatzeit 18 Jahre alte Täter erhielt vor dem Landgericht Darmstadt am Freitag achteinhalb Jahre Haft, der 17-Jährige acht Jahre und der 14-Jährige sieben Jahre. Die Jungen werden ihre Strafen voraussichtlich in hessischen Jugendgefängnissen antreten.

Die Steinwürfe von einer Fußgängerbrücke hatten im Februar zwei Autofahrerinnen getötet. Dabei durchschlug laut Anklage ein 5,5 Kilogramm schwerer Stein die Windschutzscheibe eines Wagens und traf eine 41-jährige Frau am Kopf. Sie war sofort tot. Eine 20-Jährige wurde tödlich von einem 8,4 Kilogramm schweren Stein an Kopf und Oberkörper getroffen. Vier Menschen waren bei den Attacken verletzt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess die höchstmögliche Jugendstrafe von zehn Jahren gefordert. Die Eltern des 20 Jahre alten Opfers hatten als Nebenkläger ebenfalls die Höchststrafe beantragt. Die Verteidiger hatten maximal sieben Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Die Jugendlichen haben nach Meinung der Anwälte und der Anklagevertreter während des Prozesses echte Reue gezeigt, die weit über reines Selbstmitleid hinausgegangen sei. Die Soldatensöhne hatten sich bei den Verwandten der Opfer entschuldigt. Rechtsanwalt Ulrich Endres hatte nach Abschluss der Plädoyers am Freitag gesagt, aus dem Geständnis der drei und den Aussagen eines Gutachters gehe hervor, dass die Angeklagten keinen Tötungsvorsatz gehabt hätten.

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