Haftstrafe : Richter wertet Selbstmordversuch als versuchten Mord

Den Selbstmordversuch eines 24-Jährigen mit schweren Unfallfolgen auf einer Bundesstraße hat das Mainzer Landgericht als versuchten Mord gewertet. Die Richter verurteilten den Mann am Freitag zu vier Jahren und neun Monaten Haft.

Der Verkäufer war im Juli 2008 mit seinem Sportwagen mit Tempo 140 auf der Bundesstraße 9 südlich von Worms ungebremst in ein Stauende gerast. Er rammte einen Kleinwagen, in dem drei Frauen saßen. Deren Auto wurde auf sein Dach gedreht und quer durch eine Baustelle in den Gegenverkehr geschleudert. Der Angeklagte landete mit seinem Wagen im Gebüsch. Wie durch ein Wunder blieben alle unverletzt.

Der Fall war schon einmal vor dem Landgericht verhandelt worden. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hin hob der Bundesgerichtshof das Urteil von dreieinhalb Jahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr wieder auf. Der 24-Jährige habe sein Auto als Waffe eingesetzt, um „seinem gekränkten Narzissmus Ausdruck zu verleihen“, befanden die Richter nun. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)

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