Halleneinsturz : Ingenieur krank: Platzt Reichenhall-Prozess?

Wegen des Einsturzes eines Hallendachs in Bad Reichenhall vor zwei Jahren steht unter anderem der Ingenieur des Bauwerks vor Gericht. Weil der 67-Jährige krank ist, könnte der Prozess aber bald platzen.

Halle
Die eingestürzte Halle in Bad Reichenhall. -Foto: dpa

TraunsteinDer Prozess um den Einsturz der Eissporthalle von Bad Reichenhall im Januar 2006 mit 15 Toten ist wegen Krankheit eines der drei Angeklagten unterbrochen worden. Der 67 Jahre alte Bauingenieur leidet an einer bakteriellen Entzündung und konnte daher nicht zur Verhandlung vor dem Traunsteiner Landgericht erscheinen. Er hatte vor mehr als 35 Jahren das Hallendach konstruiert und die Statik erstellt. Die Strafkammer unterbrach die Verhandlung bis zum 25. Februar. Sollte der Mann bis dahin nicht gesund sein, könnte der Prozess platzen. Wegen fahrlässiger Tötung sind drei Ingenieure und Architekten im Alter zwischen 54 und 67 Jahren angeklagt.

Ursprünglich sollten am Montag die am Hallenbau beteiligten Ingenieure und Handwerker vernommen werden. Der kranke Angeklagte, der stationär in einer Augsburger Nervenklinik behandelt wird, war schon zu Prozessbeginn vor drei Wochen in psychisch labilem Zustand und musste während des Prozesses ständig ärztlich betreut werden. Der Vorsitzende Richter Karl Niedermeier geht aber davon aus, dass der Bauingenieur am nächsten Prozesstag kommenden Montag wieder verhandlungsfähig ist.

Sollte dies nicht der Fall sein, wäre der Prozess nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Günther Hammerdinger geplatzt und müsste komplett neu gestartet werden. Denn im jetzigen frühen Stadium müsste das Verfahren von vorne begonnen werden, wenn zwischen zwei Verhandlungstagen drei Wochen Pause liegen. (jvo/dpa)

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