Welt : Halt am Andreaskreuz

Gleise sind bei Staus tabu / Betreibern von unsicheren Bahnübergängen droht Strafe

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Berlin. Vernunft und Fantasie eines jeden Fahrers müssten so weit reichen, sich die Gefahren am unbeschrankten Bahnübergang auszumalen. Und da er eine große Verantwortung für die Passagiere trägt, muss gerade ein Busfahrer besonders geschult sein, solche Risiken zu meiden.

Doch in Deutschland ist selbst dieser Fall juristisch eindeutig geregelt, im Paragraf 19 der Straßenverkehrsordnung. Absatz 4 besagt: „Kann der Bahnübergang wegen des Straßenverkehrs nicht zügig und ohne Aufenthalt überquert werden, ist vor dem Andreaskreuz zu warten.“ (www. fahrtipps. de/recht/stvo.php?par=19).

Der Münchner Verkehrspsychologe Heiner Erke beklagte derweil, dass in Deutschland mehr als jeder zweite Bahnübergang technisch nicht gesichert sei. Im Jahr 2001 seien allein an den fast 24 700 Bahnübergängen mehr als 100 Menschen bei Unfällen getötet worden.

Immerhin kann ein Bahnbetreiber in der Bundesrepublik zur Verantwortung gezogen werden, wenn es an einem seiner Übergänge gehäuft zu Unfällen kommt. So befand das Oberlandesgericht Oldenburg in einem Streit: „Die sich aus der unzureichenden Sicherung des Übergangs ergebende erhöhte Betriebsgefahr hätte das Unternehmen dazu verpflichtet, die Sicherung den tatsächlichen Bedürfnissen anzupassen.“ (Aktenzeichen: 13 U 1/1999). gih/dpa

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