Welt : Hamburger Ex-Senator Schill wieder unter Drogenverdacht

Hamburg - Ein Video, das den früheren Hamburger Innensenator Ronald Schill beim Kokainkonsum zeigen soll, beschäftigt die Staatsanwaltschaft: „Wir prüfen zurzeit, ob ausreichende tatsächliche Anhaltspunkte für ein eventuell strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegen könnten“, erklärte der Hamburger Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger. Bei Rauschgifthandel könne man aktiv werden – nicht aber, wenn nur der Konsum nachzuweisen sei.

Der Staatsanwaltschaft liegt bis jetzt nur die gekürzte Internetversion eines Videos vor, in dem Schill laut „Hamburger Morgenpost“ und „Bild“-Zeitung auch brisante Äußerungen zur Hamburger Politik gemacht haben soll.

Nach Angaben der beiden Blätter soll das Video in Rio de Janeiro entstanden sein. In einem unveröffentlichten Teil erzähle Schill, das Kokaingutachten über ihn, das er als Senator 2002 präsentiert hatte, sei manipuliert gewesen. Außerdem verrate Schill, dass er als Richter dunkelhäutige Angeklagte härter bestraft habe: „Von mir haben die Neger alle etwas mehr bekommen“, sagte er demnach.

Schill machte sich wegen teils drakonischer Strafen in Hamburg vor seinem Wechsel in die Politik einen Namen als „Richter Gnadenlos“. 2001 erzielte er bei der Bürgerschaftswahl 19,4 Prozent der Stimmen und bildete mit seiner Partei eine Koalition mit der CDU unter Bürgermeister Ole von Beust. Im August 2003 wurde Schill vom Regierungschef entlassen, da er für das Amt „charakterlich nicht geeignet“ sei. Seitdem lebt er in Brasilien. dpa/AFP

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