• Hamburger Luftnummer: Passagiere kritisieren Lufthansa nach Beinahe-Katastrophe

Hamburger Luftnummer : Passagiere kritisieren Lufthansa nach Beinahe-Katastrophe

Die Fluggäste an Bord der Lufthansa-Maschine, die im Gefolge von Sturm "Emma" auf dem Hamburger Airport nur knapp einer Katastrophe entging, erheben schwere Vorwürfe gegen den Konzern. Eine psychologische Betreuung wie von der Lufthansa behauptet habe es etwa überhaupt nicht gegeben.

Lufthansa
Landeversuch am 3.3.: Wenig später wird das Flugzeug von einer Böe erfasst und berüht mit dem linken Flügel die Landebahn. -Foto: ddp

Hamburg/FrankfurtNach der spektakulären Sturmlandung einer Lufthansa-Maschine auf dem Hamburger Flughafen haben Passagiere die Fluggesellschaft massiv kritisiert. "Wir haben von der Lufthansa bis zum heutigen Tage nichts gehört. Von Betreuung keine Spur", zitiert das "Sonntagsjournal der Nordsee-Zeitung" den Passagier Tom Maresch und verweist auf ein Schreiben mehrerer Fluggäste an die Lufthansa. Darin hatten sie um eine Stellungnahme gebeten und unter anderem die Frage gestellt, warum trotz des schweren Sturms Hamburg überhaupt angeflogen worden war.

Während des Orkans "Emma" war die Lufthansa-Maschine aus München am vergangenen Samstag kurz vor dem Aufsetzen in Hamburg von einer starken Windböe erfasst worden und hatte mit einer Tragfläche den Boden berührt. Daraufhin hatte die Besatzung die Maschine durchgestartet und war in einem zweiten Versuch auf einer anderen Piste sicher gelandet.

Völlig allein gelassen gefühlt

"Ich glaube, dass ich nicht übertreibe, wenn ich davon ausgehe, dass wir nur knapp einer Katastrophe entgangen sind", schreibt Hein Bölling, der den Brief unterzeichnet hat und in dem Zeitungsbericht als Sprecher der Passagiere genannt wird. Dabei hätten sich die Passagiere während und nach den zwei Landemanövern von der Besatzung und der Fluggesellschaft völlig allein gelassen gefühlt. Statt des Bordpersonals hätten sich Passagiere gegenseitig Mut zugesprochen.

"Ich habe versucht, die beiden Damen auf den Plätzen neben mir zu beruhigen", berichtete Maresch dem "Sonntagsjournal". "Wenn die mitgekriegt hätten, dass das Flugzeug mit den Tragflächen den Boden berührt hat, dann wären die total ausgeflippt." Nur weil ein Passagier, der täglich fliege, an Bord der Maschine auf die Leute eingeredet habe, sei keine Panik ausgebrochen.

Normal das Gepäck abgeholt

Selbst nach der letztendlich glimpflich verlaufenen Landung im zweiten Anlauf habe sich die Lufthansa rar gemacht. "Von psychologischer Betreuung der Fluggäste, wie es die Lufthansa sagt, habe ich nichts mitbekommen. Wir haben ganz normal unser Gepäck abgeholt", berichtete Maresch der Zeitung.

Eine Lufthansa-Sprecherin wies die Vorwürfe am Samstag zurück. "Den Passagieren wurde psychologische Unterstützung gleich nach der Landung angeboten. Dieses Angebot wurde aber nur von wenigen Passagieren in Anspruch genommen", sagte sie auf Anfrage. Wie viele der Fluggäste das waren, sei ihr nicht bekannt. Auch ob das Schreiben der Passagiere tatsächlich bei der Lufthansa eingegangen sei, konnte die Sprecherin nicht sagen. (jvo/dpa)

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