Hans-Jochen Vogel hat Parkinson : "Noch habe ich das Zittern unter Kontrolle"

Die Diagnose gibt es schon seit zwei Jahren - doch erst jetzt hat Hans-Jochen Vogel öffentlich gemacht, dass er an Parkinson erkrankt ist. Aber über sein Schicksal klagen will der ehemalige SPD-Chef nicht.

Das Namensgedächtnis sei nicht mehr so wie früher, sagt Hans-Jochen Vogel.
Das Namensgedächtnis sei nicht mehr so wie früher, sagt Hans-Jochen Vogel.Foto: Imago

Vor zwei Jahren hat Hans-Jochen Vogel die niederschmetternde Diagnose bekommen: Parkinson, Schüttellähmung. Seine Familie und Freunde wussten davon, die Öffentlichkeit nicht – bis jetzt. In einem "Stern"-Interview hat der frühere SPD-Chef die Krankheit jetzt öffentlich gemacht.

Vielleicht, so sagt der 88-Jährige, kann sein Beispiel ja anderen Menschen helfen, die ebenfalls an der unheilbaren Nervenkrankheit leiden. Vielleicht kann er ihnen Mut machen, "indem ich ihnen zeige, dass man auch in diesem Zustand noch geraume Zeit ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

In dem Münchner Altenheim, in dem der einstige Minister, SPD-Vorsitzende und Fraktionschef seit 2006 mit seiner Frau Lieselotte (87) lebt, heißt es am Donnerstag, er sei nicht zu sprechen. "Aus gesundheitlichen Gründen", wie er ausrichten lässt. Zu viele Anrufer hätten sich schon nach ihm erkundigt.

Das Gehen fällt schwer

Im "Stern" aber gibt Vogel, Münchner Oberbürgermeister von 1960 bis 1972 und 1981 für einige Monate Berlins Regierender Bürgermeister, einen Einblick in sein Leben mit der Krankheit. "Das Zittern habe ich noch unter Kontrolle, aber es wird wohl unvermeidlich stärker werden", sagt er. Andere Symptome zeigten sich schon deutlicher: "Ich fühle permanent eine leichte Benommenheit. Beim Gehen fällt es mir schwer, die Richtung zu halten." Sein Namensgedächtnis sei nicht mehr so gut wie früher, seine Schrift werde kleiner und unvollständiger.

Vogel gibt sich betont sachlich. "Warum soll ich klagen? Es würde ja doch nichts ändern." Beim Einschlafen habe er zuletzt an den Tod gedacht. "Plötzlich schoss mir der Gedanke durch den Kopf: Na, wie oft wirst du wohl noch aufwachen?" Angst vor dem Tod habe er aber nicht. "Angst ändert ja nichts am Lauf der Dinge. Der Tod kommt trotzdem." Tsp/dpa

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