„Hard Choices“ : Riesige Nachfrage nach Hillary Clintons Autobiografie

Hillary Clintons Autobiografie „Hard Choices“ ist bereits jetzt zwei Millionen Mal vorbestellt worden. Das Buch soll am 10. Juni erscheinen und gilt als Vorbereitung ihrer Präsidentschaftskandidatur. Derweil haben die Republikaner sie schon mit fiesen Mitteln angegriffen.

Ihr Buch wird ein Bestseller werden. Hillary Clinton will mit „Hard Choices“ ihre Präsidentschaftskandidatur vorbereiten.
Ihr Buch wird ein Bestseller werden. Hillary Clinton will mit „Hard Choices“ ihre Präsidentschaftskandidatur vorbereiten.Foto: AFP

Die demnächst erscheinende Autobiografie der ehemaligen US-Außenministerin und First Lady Hillary Clinton hat nach Medienberichten das Zeug zum Bestseller. Bereits jetzt seien bei dem Verlag rund zwei Millionen Bestellungen eingegangen, berichtete das Magazin „Politico“. Das Buch der 66 Jahre alten potenziellen Präsidentschaftsbewerberin mit dem Titel „Hard Choices“ soll am 10. Juni erscheinen. Die deutsche Fassung mit dem Titel „Entscheidungen“ soll am selben Tag auf den Markt kommen und 944 Seiten umfassen.
Bereits jetzt veröffentlichte Clintons amerikanischer Verlag ihr Vorwort. Sie wolle ihre Arbeit als Chefdiplomatin in der ersten Amtszeit von Präsident Barack Obama erklären, schreibt die ehemalige Senatorin. So stolz sie auf die Zeit auch sei: „Ich wünschte, ich könnte zurückgehen und bestimmte Entscheidungen überdenken.“ Zugleich wolle sie ihre Vision der US-Führungsrolle in der Welt vorstellen. „Das Gerede über Amerikas Niedergang ist weit verbreitet, aber mein Vertrauen in unsere Zukunft war niemals größer“, schreibt die Frau des Ex-Präsidenten Bill Clinton.

Der nächste US-Präsidentschaftswahlkampf wird schmutzig

Schon heute schießen sich die Republikaner auf Hillary Clinton ein - und die Clintons feuern zurück. Karl Rove, der Wahlkampfstratege der Bush-Ära, hat seinen Angriff auf Hillary Clinton eiskalt kalkuliert. „Ich habe nicht gesagt, dass sie einen Gehirnschaden hat.“ Er habe ja nur gesagt, dass sie ein „ernsthaftes Gesundheitsproblem“ gehabt habe.
Formuliert hat er das mit Blick auf ein Blutgerinnsel Clintons vor über einem Jahr. Geschickt und unverhohlen nimmt der Wadenbeißer der Republikaner die Achillesferse der potenziellen Kandidatin für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2016 in Angriff: die Alters- und die Gesundheitsfrage. Erste Kommentare im TV-Sender MSNBC: „Dirty politics“. Und Bill Clinton ist überzeugt: „Das ist nur der Anfang.“ 66 Jahre alt ist die Ex-Außenministerin Hillary Clinton heute, 69 wird sie bei den nächsten Wahlen sein - so alt war Ronald Reagan, als er ins Weiße Haus einzog. Laut Umfragen ist sie mit großem Abstand die aussichtsreichste Bewerberin unter den Demokraten - kein anderer kann ihr derzeit auch nur im Entferntesten das Wasser reichen.
„Kann irgendjemand Hillary stoppen?“, lautete unlängst die rhetorische Frage des „Time-Magazine“. Doch Insider und Wahlkampfkenner sind sich einig: Alter und Gesundheit sind immer ein Thema bei US-Wahlen - und eine Gefahr für die einstige „First Lady“.

"Oma Hillary" im Weißen Haus?

Zudem: Clinton wird in Kürze Großmutter. „Oma Hillary“ im Weißen Haus? - die Medien haben das Thema schon entdeckt. 77 Jahre alt wäre Clinton am Ende von zwei Amtsperioden - das weckt bei vielen Amerikanern ungute Erinnerungen an Reagan, der seinerzeit viele mit seinem Bekenntnis irritierte, Nachmittags recht gern ein Nickerchen zu halten.
Wütend und aufgebracht reagierte denn auch das demokratische Lager auf die Tiefschläge Roves. Er sei „wie vom Donner gerührt“ gewesen, als er das gehört habe, sprang Bill Clinton seiner Frau bei. „Sie macht jede Woche Sport, sie ist stark, ihr geht es toll. Soweit ich beurteilen kann, ist sie in besserer Form als ich selbst“, sagt der 67-jährige Ex-Präsident.
Das Wortgefecht zwischen Republikanern und Demokraten ist nach Ansicht der „Washington Post“ ein sicheres Zeichen, dass die Vorbereitungen der Clintons für eine erneute Präsidentschaftsbewerbung in eine neue Phase getreten seien. Die Buchvorstellung solle der Testlauf für ihre Bewerbung um das Weiße Haus werden. (dpa)

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