Hawaii : Obama am Traumstrand seiner Jugend

Barack Obama und seine Familie machen Urlaub auf Hawaii – ein Tross Fotografen ist immer dabei. Die Leibwächter sind auf den Fotos nie zu sehen, alles wirkt intim.

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Bilder einer unbekümmerten Familie. Der Präsident und seine Tochter Malia. Eine Freundin will ihr Eis probieren.
Bilder einer unbekümmerten Familie. Der Präsident und seine Tochter Malia. Eine Freundin will ihr Eis probieren.Foto: Reuters

Ein Präsident ist niemals ganz im Urlaub. Und seine Familie hat ihn nie völlig für sich, nicht einmal in den Weihnachtsferien. 2010 ist für die Obamas in dieser Hinsicht die beste Saison seit dem Wahlsieg 2008. Wie schon seit Jahren sind sie nach Hawaii gereist; in Honolulu war Barack Obama 1961 geboren worden, dort lebt Maya Soetoro-Ng mit ihrer Familie, seine Halbschwester aus der zweiten Ehe seiner Mutter mit einem Indonesier.

Während das US- Festland unter schweren Schneestürmen leidet, gleicht das Leben auf der Inselkette aus Unterwasservulkanen mitten im Pazifik einem kleinen Paradies: Sonne, Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius, makellose Sandstrände mit Palmen, Surfboards und Segelbooten im Hintergrund, Schnorcheln an Riffs mit bunten Tropenfischen. Der Strand von Kailua-Lanikai gilt unter Tourismusexperten als einer der zehn schönsten der Erde. Die TV-Sender zeigen einen Präsidenten im Poloshirt, der mit seinen Töchtern Malia und Sasha barfuß über den Sand läuft oder mit ihnen und ihren Freundinnen Eis essen geht – Shave Ice, die ortsübliche Variante: zerstoßenes Wassereis, das mit Fruchtextrakt aromatisiert wird. Die Personenschützer und der Tross aus Journalisten, die dem Präsidenten folgen, wo immer er öffentlich auftritt, werden aus dem Bild gehalten.

2009 hatten Politik und Terrorgefahr den Obamas die Weihnachtsferien verdorben. Der Senat hatte am Vormittag des 24. Dezember über die Gesundheitsreform abgestimmt; erst danach machte sich die First Family auf den 8000-Kilometer-Flug nach Hawaii. Als ein Nigerianer am 26. versuchte, ein US-Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit mit Plastiksprengstoff in die Luft zu jagen, den er in der Unterhose versteckt hatte, war der Urlaub für den Präsidenten schon wieder vorbei.

Traumstrand. Kailua Beach ist mehrere Kilometer lang.
Traumstrand. Kailua Beach ist mehrere Kilometer lang.Foto: Christoph von Marschall

2010 läuft es für ihn gnädiger. Den gemeinsamen Aufbruch am vierten Advent verhinderte zwar erneut der Senat, der sehr lange über den Start-Abrüstungsvertrag beriet. First Lady Michelle, die Töchter und First Dog Bo flogen voraus. Der Präsident kam aber bereits am 22. Dezember nach und genießt nun bis zum 2. Januar die Annehmlichkeiten eines Feriendomizils der Spitzenklasse. Die Auswahl zeigt sowohl die enormen Sicherheitsanforderungen – die Einfahrt liegt am Ende einer Sackgasse, auf der einzigen Zugangsstraße lässt der Secret Service nur Anwohner passieren – als auch den finanziellen Aufstieg Barack Obamas vom Sohn eines Gaststudenten aus Afrika und einer allein erziehenden Mutter aus Amerikas Klasse einfacher weißer Angestellter zum Bestsellerautor, Multimillionär und Präsidenten. 42 000 Dollar pro Woche kostet „Plantation Estate“ für Normalsterbliche: eine exklusiv ausgestattete Villa mit Strandzugang, fünf Schlafzimmern, fünf Badezimmern, Swimming Pool und Kamin. Wie viel die Obamas zahlen, ist nicht bekannt.

Nur etwa 20 Kilometer trennen das Viertel, in dem die Anwesen zweistellige Millionenbeträge in Dollar kosten, von Makiki – der bescheidenen Wohngegend in Honolulu, wo Obama geboren wurde und in einer engen Drei-Zimmer-Wohnung in einem Appartement-Block bei seinen Großeltern aufwuchs.

Ein Privatstrand ist auf Hawaii selbst für Geld nicht zu haben. Mit Ausnahme des militärischen Sperrbereichs sind die Uferstreifen im 50. Bundesstaat der USA prinzipiell öffentlich. Nur der mitunter beträchtliche Abstand zwischen den Stichwegen, die zwischen den Privatgrundstücken hindurch zum Meer führen, setzt dem Zugang gewisse Grenzen. Nahe dem Domizil der Obamas lassen es Sicherheitsbeamte mit entschlossenen Minen nicht ratsam erscheinen, auf das Durchgangsrecht am Strand zu pochen.

„Stolz“ sei man, dass „ein Local Boy Präsident ist“, sagt Chuck Prentiss, Vorsitzender des Ortsrats von Kailua. Und der Besitzer von „Island Snow“, wo die Obamas ihr Shave Ice essen, freut sich über die kostenlose Werbung.

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