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Heftige Niederschläge : Gewitter setzt Classic Open Air unter Wasser

Überflutete Straßen und Keller, eine eingestürzte Hörsaldecke, umgestürzte Bäume: In weiten Teilen Deutschlands blitzte und donnerte es erneut. Auch über Berlin zog in der Nacht ein Gewitter hinweg und ließ ein musikalisches Ereignis platzen.

Heftige Sommergewitter richten erneut Schäden in Deutschland an.
Heftige Sommergewitter richten erneut Schäden in Deutschland an.Foto: dapd

Wegen des Gewitters am Donnerstagabend in Berlin musste das Eröffnungskonzert des 21. Classic-Open-Air-Festivals am Gendarmenmarkt nach 95 Minuten abgebrochen werden. Das teilten die Veranstalter auf ihrer Webseite mit. Aus Sicherheitsgründen habe man sich dazu entschlossen, das Konzert zu beenden.

Am Abend und im Laufe der Nacht hatte die Berliner Feuerwehr vermehrt mit Wasserschäden wegen des heftigen Niederschlags zu kämpfen. Rund 30 Mal mussten die Helfer in ganz Berlin wetterbedingt ausrücken, teilte ein Sprecher mit. In Kaulsdorf hatte ein Blitzschlag einen kleinen Dachbrand ausgelöst. Die schwersten Niederschläge gab es dem Sprecher der Feuerwehr zu Folge nicht im Stadtgebiet sondern im Umland.

Einen Unwetterschwerpunkt, wie vergangenes Wochenende in Tegel, hatte es nicht gegeben. Damals hatten besonders heftige Gewitter in der Hauptstadt gewütet.

Bilder vom Gewitter vergangenes Wochenende in Berlin

Sommergewitter über Berlin im Juli 2012
In der Nacht zu Sonnabend tobte das Gewitter über Tegel, am Sonnabend begann die Feuerwehr mit den Aufräumarbeiten - die noch immer andauern. Kein Wunder, denn...Weitere Bilder anzeigen
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02.07.2012 12:21In der Nacht zu Sonnabend tobte das Gewitter über Tegel, am Sonnabend begann die Feuerwehr mit den Aufräumarbeiten - die noch...

In weiten Teilen Deutschlands hatten schwere Sommergewittern Sachschäden angerichtet. Der Deutsche Wetterdienst weitete am Abend seine Unwetterwarnungen auf weitere Bundesländer aus; betroffen sind demnach auch Teile von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

An der Dortmunder Universität stürzten Teile einer Zwischendecke ein. In Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bayern stürzten Bäume um. Teilweise war der Auto- und Bahnverkehr behindert.

In Dortmund blieb ein 67 Jahre alter Rentner mit seinem Auto in einer mehr als ein Meter hoch überfluteten Unterführung stecken. Er wurde von drei Jugendlichen gerettet, wie die Polizei mitteilte. An der Universität stürzten Teile einer Zwischendecke ein. Dabei sei niemand verletzt worden, sagte Feuerwehrsprecher Boris Thiemrodt. Die Feuerwehr habe Studenten gebeten, das Gebäude zu verlassen, den Strom abgestellt und Wasser aus dem Keller abgepumpt. Das vor allem von Geisteswissenschaftlern genutzte Gebäude sollte am Freitag mit Einschränkungen wieder freigegeben werden.

Ein durch Blitzschlag umgestürzter Baum sorgte im Zugverkehr zwischen Essen und Bochum für Behinderungen. Züge wurden teils über Gelsenkirchen umgeleitet, es gab Verspätungen. Am Dortmunder Flughafen zwang das Unwetter zwei Maschinen zu Warteschleifen. Die Piloten hätten sich entschieden, das Gewitter über der Stadt abzuwarten, sagte Flughafensprecher Marc Schulte.

In Oberbayern, der Oberpfalz und in Unterfranken wurden erhebliche Schäden angerichtet. Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll. Nach einer vorläufigen Bilanz der Polizei mussten zwei Menschen mit Unterkühlungen ambulant behandelt werden. Bei einem Verkehrsunfall wegen Aquaplanings verletzte sich eine Frau.

Heftige Gewitter zogen am Donnerstag auch über Thüringen hinweg. In Teilen Ostthüringens stürzten Bäume um, liefen Keller voll und wurden Straßen überschwemmt, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, die Schäden zu beseitigen. Im Raum Rudolstadt fiel zeitweise der Strom aus.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig kamen innerhalb von nur einer Stunde teils mehr als 30 Liter Regen vom Himmel. Auch in den nächsten Tagen soll sich die Serie der Sommergewitter fortsetzen. Ein neues Frontensystem war aus Frankreich im Anmarsch. „Da könnte wieder einiges volllaufen“, sagte Karl-Heinz Nottrodt vom Wetterdienst Essen. Die Luft kühle sich vorerst kaum ab. „Deshalb kann es jederzeit wieder losgehen.“

(dpa)

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