Heilbronn : Erste heiße Spur im Polizistinnenmord?

Sieben Wochen nach dem Anschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn soll es einem Medienbericht zufolge eine heiße Spur zu einer gesuchten Schwerverbrecherin geben. Die Frau sei eine "tickende Zeitbombe".

HeilbronnSieben Wochen nach dem blutigen Anschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn führt eine erste heiße Spur womöglich zu einer gesuchten Schwerverbrecherin. Die Polizei bestätigte entsprechende Informationen der "Bild-Zeitung" bislang nicht, Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion wollten aber am Nachmittag bei einer Pressekonferenz "über einen größeren Spurenkomplex informieren, dem eine nicht unerhebliche Tatrelevanz zugemessen wird". Eine 22 Jahre alte Polizistin war bei der Schießerei im April getötet worden.

Nach Informationen der "Bild-Zeitung" führte der Abgleich von DNA-Spuren am Streifenwagen der Polizistin und ihres schwer verletzten Kollegen mit der europäischen DNA-Analyse-Datei zu der Gesuchten. Ihr werden unter anderem zwei Morde und ein Mordversuch zur Last gelegt. Es gebe keinerlei Informationen über ihren derzeitigen Aufenthaltsort. Für Hinweise auf ihren Verbleib ist laut "Bild-Zeitung" eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt.

Serientäterin mit langer Liste an Straftaten

Die vermutlich drogensüchtige und wohnsitzlose Serientäterin, deren Herkunft unklar sei, habe an mindestens 22 weiteren Tatorten, auch in Österreich und Frankreich, ihre Spuren hinterlassen. Laut Zeitungsbericht gehen die Raubmorde an einer 62-jährigen Frau in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) im Jahr 1993 sowie an einem 61-Jährigen aus Freiburg im Jahr 2001 auf das Konto der Frau. Ein Beamter bezeichnete die Gesuchte als "tickende Zeitbombe". Beide Opfer waren erdrosselt worden.

Im Jahr 2005 soll die Schwerverbrecherin versucht haben, einen Mann aus Worms (Rheinland-Pfalz) umzubringen. Zudem werden ihr der Einbruch bei einem Optiker in Österreich im März diesen Jahres sowie 18 weitere Einbrüche in Geschäfte, Wohnungen, Hotels sowie Autodiebstähle vorgeworfen. Die Frau, die an einem Tatort Einwegspritzen hinterließ, soll sich in wechselnder Begleitung von Männern befinden.

Die 22 Jahre alte Polizistin aus Oberweißbach im Thüringer Wald und ihr Kollege waren am 25. April neben ihrem Dienstwagen auf einem Festgelände in Heilbronn von einem Passanten gefunden worden. Ihre Dienstpistolen vom Typ P 2000 - und die Handschellen fehlten. Beiden war aus nächster Nähe in den Kopf geschossen worden. Die beiden Beamten gehörten der Bereitschaftspolizei Böblingen an. Der 24 Jahre alte Kollege der getöteten Polizistin war am vergangenen Montag aus dem Koma erwacht, kann sich aber an die Tat nicht erinnern. (mit dpa)

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