Heiligendamm : Mauerspecht-Alarm

Der Sicherheitszaun rund um Heiligendamm ist nach dem G8-Gipfel wieder an vielen Stellen offen. Um Diebstahl vorzubeugen, wird er weiter bewacht. Er soll verkauft werden.

Zaun um Heiligendamm
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HeiligendammDer Sicherheitszaun rund um Heiligendamm ist einen Tag nach dem G8-Gipfel wieder an vielen Stellen offen. An den Strandzugängen und Straßen könnten Spaziergänger, Fahrradfahrer und Fahrzeuge passieren, sagte Frank Neumann von der Zaunfirma MZS aus Bargeshagen. Auch der europäische Fahrradweg, der durch Heiligendamm führt, sei wieder frei befahrbar. Dafür seien Zaunfelder abmontiert worden.

Kontrolliert wird der Zaun jedoch weiterhin. "Ich bin von der Polizei gefragt worden, ob eine Bewachung noch nötig sei. Ich war dafür", sagte Neumann. Er befürchte ansonsten einen Ansturm von "Mauerspechten", die Zaunfelder stehlen könnten. Innerhalb von acht Wochen soll die so genannte technische Sperre komplett abgebaut sein.

Flughafen als Abnehmer?

Der zwölf Kilometer lange Zaun darf laut Vertrag von der mittelständischen Firma weiterverkauft werden. Er sei im Gespräch mit zwei Interessenten, die den Zaun jeweils komplett übernehmen wollten, sagte Neumann. Es gebe aber auch ein Angebot zum Bau der Absperrung rund um die Botschaft der Seychellen in Berlin. Dafür würde jedoch nicht der gesamte Zaun benötigt werden. Nach Informationen der "Schweriner Volkszeitung" gehören Flughäfen zu den möglichen neuen Standorten des Zaunes.

Der mit Überwachungstechnik ausgerüstete Zaun hatte zwölf Millionen Euro gekostet. Das zweieinhalb Meter hohe Sperrwerk ist mit Unterkriechschutz und messerscharfer Drahtrolle als oberem Abschluss versehen, es ist standsicher und rüttelfest durch tonnenschwere Betonelemente. (mit ddp)