Welt : Heimliche Liebschaft

König Edward VIII. wurde von seiner Zukünftigen hintergangen: Wallis Simpson hatte eine Affäre

Hendrik Bebber[London]

Für die „große Liebe meines Lebens“ verzichtete König Edward VIII. auf den Thron, um eine geschiedene Amerikanerin zu heiraten. Doch während er Wallis Simpson umwarb, betrog sie ihn mit einem englischen Autohändler. Die brisante Affäre wurde jetzt vom britischen Staatsarchiv enthüllt.

Nach nur elf Monaten musste König Edward abdanken, weil die Regierung eine schwere Krise für die Monarchie befürchtete, wenn er die skandalumwitterte Amerikanerin zur Königin macht. Wallis Simpson wurde in dieser Zeit vom britischen Geheimdienst observiert. Die Agenten fanden schnell heraus, dass die damals 39-jährige Frau sich heimlich mit dem Autohändler Guy Marcus Trundle traf und „intime Beziehungen“ mit ihm pflegte, wie es in dem Report heißt. Der verheiratete Mann besitze den Ruf eines „Frauenhelden“, der sich brüstet, dass ihm „niemand widerstehen könne“. Er „sieht gut aus, hat geschliffene Umgangsformen und ist charmant und ein ausgezeichneter Tänzer“ notierten die Beobachter. Wallis Simpson würde ihn mit Geschenken und Aufmerksamkeiten „überschütten“.

Der Report wurde dem Thronfolger und dem Königshaus verschwiegen, weil die Regierung vermeiden wollte, dass der hoffnungslos in Simpson vernarrte Edward durchdreht. Zudem befürchtete der damalige Premierminister Stanley Baldwin, dass die Presse ihre Selbstzensur brechen würde und auch über die anderen herumschwirrenden Gerüchte um die attraktive Geliebte des künftigen Königs berichten würde.

So wurde damals gemunkelt, sie hätte eine Affäre mit dem deutschen Botschafter Joachim von Ribbentrop, der später Hitler als Außenminister diente. Die Krise spitzte sich zu, als Edward 1936 den Thron bestieg. Die Regierung stellte ihn vor die Wahl, sich von seiner Geliebten zu trennen oder abzudanken. Falls er dennoch Simpson zur Königin mache, würde dies das Ende der Monarchie bedeuten. Der König fügte sich und dankte zu Gunsten seines Bruders ab, der ihm als „Georg VI.“ auf den Thron folgte. Als Herzog und Herzogin von Windsor zog das Paar nach Frankreich, wo die beiden 1937 heirateten.

Königinmutter Elizabeth hatte nie vergeben können, dass Edward und Wallis ihr Privatleben über das Wohl der Monarchie stellten. Sie machte die beiden auch für den frühzeitigen Tod ihres Mannes verantwortlich, dessen schwache Gesundheit unter der Bürde der Krone litt. „Queen Mum“ sorgte dafür, dass Wallis Simpson nicht den Titel „Königliche Hoheit“ erhielt.

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