Welt : Helgoländer wollen keine größere Insel

Helgoland - Helgoland soll bleiben wie es ist. Die Befürworter einer Vergrößerung der Nordsee-Insel sind bei einer Abstimmung am Sonntag gescheitert. In einem Bürgerentscheid sprachen sich 583 Inselbewohner (54,7 Prozent) gegen eine Wiedervereinigung der ein Quadratkilometer großen „Hauptinsel“ mit der 0,7 Quadratkilometer großen „Badedüne“ aus. 482 Helgoländer (45,3 Prozent) stimmten dafür. Die Beteiligung erreichte 81,4 Prozent. Als Reaktion auf den beständig wachsenden Platzbedarf soll nun ein Plan entwickelt werden, wie neue Flächen durch Aufspülung direkt an der Hauptinsel entstehen können, hieß es.

Eine Sturmflut hatte im Jahr 1720 die rund tausend Meter lange Landbrücke zwischen dem roten Sandsteinfelsen und der vorgelagerten Badedüne zerstört. Der Hamburger Bauunternehmer Arne Weber entwickelte 2008 in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg und dem Alfred-Wegener-Institut einen Plan, die nur wenige Meter tiefe Meeresstelle wieder mit Sand aufzufüllen. Umweltverbände sahen die Pläne kritisch. Eine Aufspülung wäre für die Natur eine große Beeinträchtigung geworden, sind sich Sprecher von BUND und Nabu einig. Unter anderem sei die Düne die „Kinderstube“ der Seehunde und Kegelrobben: Sie ziehen dort ihren Nachwuchs auf. Helgolands Bürgermeister Jörg Singer (parteilos) wollte mit dem 100-Millionen-Euro-Projekt Attraktivität und Lebensfähigkeit der Insel stärken. „Es gibt nicht mehr genug Arbeit auf der Insel“, erklärte Singer. dpa

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