Welt : Heute beginnt der Prozess gegen Jörg Immendorff

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Düsseldorf Elf Monate nach seiner Sex- und Kokainaffäre muss sich der deutsche Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff ab heute wegen Drogenbesitzes vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten.

Vor elf Monaten erwischten Polizisten und Staatsanwälte Immendorff in flagranti bei einer Orgie mit neun Prostituierten in der Luxussuite eines renommierten Hotels. Darüber hinaus fanden die Strafverfolger Kokain auf einem Silbertablett. Bei einer sofort eingeleiteten Durchsuchungsaktion stießen sie auch in der Wohnung des Malers und in seinem Atelier auf die Droge – insgesamt 21,6 Gramm. Die Mindeststrafe für „Drogenbesitz in nicht unerheblicher Menge“ liegt bei einem Jahr Haft.

Immendorf droht auch die gleiche Strafe wie seinem Lehrer Beuys: Rauswurf aus der Kunstakademie und Verlust der Professur. Der Maler hatte sofort ein Geständnis abgelegt und auch eingeräumt, nicht das erste Mal zu solchen „Partys“ geladen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun Drogenbesitz in 27 Fällen vor. Allein die Hotelkosten für die Orgien bezifferten die Ermittler auf 40000 Euro.

Jörg Immendorff ist Träger des mit 250000 Dollar weltweit höchstdotierten Kunstpreises, dem mexikanischen Marco-Preis. Vor der Razzia hatte er noch mit Erfolgen für Furore gesorgt: Als erstem Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das polnische Nationalmuseum ihm eine Retrospektive gewidmet. Zusammen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte er in St. Petersburg eine Skulptur übergeben, deren schlichter Titel „Die Nase“ war. dpa

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