Welt : Hexentanz in den Mai: Sonne, Tanz und heiße Köpfe

Strahlende Sonne und blauer Himmel lockten die Menschen am 1. Mai ins Freie. Zehntausende versammelten sich zu Tanzveranstaltungen, besuchten Konzerte im Freien oder fuhren ins Grüne. Die sommerliche Wetterlage in Deutschland bescherte zuvor bereits eine warme Nacht. Viele tanzten im Freien in den Mai. Plätze und Gartenlokale waren überfüllt.

Der Tanz-Marathon "Mayday" hat zum 1. Mai rund 25 000 Techno-Fans in die Dortmunder Westfalenhallen gelockt. Von Montagabend bis Dienstagvormittag konnten sich die Besucher bei der größten Hallen-Party der Welt austoben. Die "Mayday"-Party fand zum zehnten Mal statt. Über 30 Disc-Jockeys aus aller Welt, darunter Szene-Größen wie Westbam, Paul van Dyk, Sven Väth oder Blank & Jones, beschallten das tanzwütige Publikum. Die Lausprecher hatten einen derartigen Schalldruck, dass ihr Stromverbrauch das Limit der Westfalenhallen erreichte.

Schnee und Frost in Spanien

Zehntausende europäische Raver sind bei einer spontan angesetzten Mai-Party in Ostfrankreich tagelang im Schlamm gewatet. Von den 25 000 Leuten, die sich am Wochenende unangemeldet auf einem früheren Militärgelände in Marigny einfanden, widerstanden am Montag nur noch rund 10 000 dem anhaltenden Landregen. Seit Sonnabend ließen sich die Techno-Fans aus 40 Musikanlagen mit dröhnenden Rhythmen beschallen. Sowohl die Sicherheitskräfte als auch die Rettungsdienste waren von dem Event vollständig überrascht worden. Die Organisation Ärzte der Welt mobilisierte 50 Helfer, um den Jugendlichen in Notfällen beizustehen. Die Raver waren erst am Freitag auf Handzetteln aufgefordert worden, nach Marigny im Departement Marne, östlich von Paris, zu kommen. Die Teilnehmer hatten oft Dosenbier und Ecstasy-Pillen, aber selten etwas zu essen dabei. "Ich bin am Ende, aber das ist auch egal", sagte eine Raverin. "Den Regen spüre ich schon gar nicht mehr." Etliche Jugendliche übernachteten direkt auf dem von Regen aufgeweichten Boden des Militärgeländes, wo vor wenigen Wochen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche 750 Schafe und 50 Rinder verbrannt worden waren.

In Deutschland hatte der Mai mit einem sommerlichen Paukenschlag begonnen. Bei Temperaturen von bis zu 30 Grad genossen viele den freien Tag für einen Ausflug. Die derzwitige Wetterlage verwöhnt die Deutschen noch zwei Tage mit Wärme und Sonne, doch schon zum kommenden Wochenende soll es wieder merklich kühler werden. Wie die Meteorologen sagen, bleibt es am Mittwoch noch sonnig und überwiegend trocken. Nachmittags ist es im Westen locker bewölkt, gegen Abend sind westlich des Rheins vereinzelt Schauer oder Gewitter möglich. Die Temperaturen steigen vielerorts bis auf 27 Grad.

Am Donnerstag ziehen im Westen und Süden Schauer und Gewitter auf. Der Norden und Osten dagegen werden weiterhin mit Sonne verwöhnt. Die Höchstwerte erreichen noch einmal 20 bis 27 Grad. Am Freitag ist es unbeständig mit Schauern und Gewittern, die Temperaturen beginnen zu sinken.

Mit Schnee, Regen und einem Wirbelsturm hat der Mai in Spanien einen ungewöhnlichen Einstand gegeben. Fast im ganzen Land herrschte am 1. Mai zum Ärger der Touristen und Ausflügler regnerisches Wetter. Die Strände entlang der Mittelmeerküste, an denen sich zu Ostern noch die Sonnehungrigen gedrängt hatten, waren weitgehend menschenleer. Die Orangenhaine an der Mittelmeerküste waren in der Gegend von Valencia nach einem Hagelsturm von einer weißen Schicht bedeckt. In Städten wie Burgos oder Avila im Zentralmassiv herrschte Nachtfrost. Ganz Spanien hatte am Vortag einen Temperatursturz von bis zu zehn Grad erlebt.

Krawalle unzufriedener Bahnkunden

Die Hitze stieg in den Niederlanden vielen Leuten zu Kopf. Engpässe bei der Bahn haben am "Königinnentag" viele Bürger in Rage versetzt und zu massiven Zusammenstößen mit der Staatsgewalt geführt. Vor allem in Amsterdam lieferten sich wütende Reisende am Abend stundenlange Straßengefechte mit der Polizei. Dabei wurden mindestens acht Polisten verletzt und 25 Randalierer festgenommen, hieß es am Dienstag. "Wie konnte das nur geschehen", rätselten am Dienstag die Politiker. Von der Bahnverwaltung und vom Innenminister verlangten sie Auskunft, wieso der Zugverkehr am "Königinnentag" so wenig auf einen Massenansturm vorbereitet war. Denn es war deutlich, dass Unzufriedenheit mit dem öffentlichen Transport zu den Unruhen geführt hatte.

Dass Hunderttausende aus dem ganzen Land in der festlich geschmückten Grachtenstadt den freien Tag zu Ehren der Königin verbringen wollten, war nicht neu. Alljährlich zieht Amsterdam mit Musik, Vergnügungsbuden, Ess- und Trinkgelegenheiten und regem Bootsverkehr auf den Wasserstraßen die gern feiernden Niederländer an.

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