Welt : Hexentanz in den Mai: Teufelsritt im Donnergrollen

Wie Donnergrollen und Teufelspfeifen hallte es in den Stunden, in denen sich die Monate April und Mai 2001 die Hand gaben, auch in diesem Jahr wieder zwischen den Harzer Tälern und Höhen. In zahlreichen Orten rund um den 1.142 Meter hohen Brocken verzauberte ein Feuerwerk die ungezählten Gäste, die aus vielen Teilen der Bundesrepublik zum Fest der Walpurgisnacht am Dienstag angereist waren.

Und wer sich von den bunten Fontänen und vom schaurig schönen Echo, das von den Gebirgswänden widerhallte, in dieser ungewöhnlich lauen Nacht fesseln ließ, brauchte nicht nur Fantasie, um fast alle Größen der Sagenwelt des Nordens vorüberziehen zu sehen. Hunderte von selbst ernannten Hexen auf ihren langen Besen fanden sich wie alljährlich zur Walpurgisnacht in dem bizarren Mittelgebirge zusammen, um die Geister des Winters zu vertreiben. Bunt geschminkt und verkleidet, trieben sie in langen Röcken, mit zünftigen Kopftüchern und Reisigbesen gemeinsam mit ihren teuflischen Partnern überall ihren Schabernack.

Zum Thema Online Spezial: Sind die Krawalle zum 1. Mai unvermeidbar? Auf dem Hexentanzplatz in Thale tobten sie gemeinsam mit 20 000 Gästen auf einer vom Mitteldeutschen Rundfunk ausgerichteten Feier mit zahlreichen in- und ausländischen Künstlern.

Rund 12 000 Menschen haben in der Nacht zum 1. Mai in Heidelberg friedlich in den Mai hineingefeiert. Die Besucher hätten zum Teil einen Fußmarsch von mehreren Kilometern zurückgelegt, um auf dem Heiligenberg am Neckar mit Lagerfeuern, Feuerspuckern und Musik zu feiern. Angesichts des Besucheransturms hätten die Zufahrtsstraßen nur mit "enormen Kräften" frei gehalten werden können. Friedlich verlief die Nacht zum 1. Mai auch in der Heidelberger Innenstadt, wo zunächst Schlägereien zwischen Burschenschaftlern und Autonomen befürchtet worden waren.

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